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Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seit ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.
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#1

Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 20:36
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge
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#2

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:01
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Anouk hatte seit Wochen nichts mehr zum Essen gefunden. So langsam verzweifelte sie. Ihre spärlichen Vorräte wurden immer weniger und der Wald wollte ihr auch nichts mehr bieten. Die Jahreszeit war auch wirklich die schlechteste, in der einem die Vorräte ausgehen können. Sie hatte wirklich gehofft, dass sie den Winter überstehen würde oder zumindest etwas Wild ihr über den Weg lief, doch seit Wochen: NICHTS. Ihre Laune wurde immer schlechter und ihr Magen tat nur noch weh, weil er nur noch das Nötigste zum Essen bekam. Bald würde sie gar nichts mehr haben und sie hatte nicht vor zu Verhungern. Also durchstreifte sie wieder den Wald und suchte nach etwas Essbaren. Aber mehr als ein paar Blätter fand sie nicht. Zum Glück wusste sie mittlerweile welche sie essen konnte und welche giftig waren. Heute war sie weitergezogen – sie musste ihren Standort wechseln, wenn sie etwas finden wollte. Aber auch als sie tiefer und tiefer in den Wald vordrang, begegnete sie keinem Tier. Die konnten doch nicht alle schon tot sein. Wenigstens traf sie auch auf keine Beißer. Ihre Angst vor diesen wuchs von Tag zu Tag, da sie merkte wie sie immer schwächer wurde. Es fiel ihr schwer abends auf einen Baum zu klettern, um dort zu übernachten. Auf einmal sah sie etwas zwischen den Bäumen. Ihre Stirn runzelte sie sich und sie verlangsamte ihren Schritt noch etwas. Was das etwa ein Haus? Sie zog ihren Bogen und legte einen Pfeil an, ohne sie Sehne zu spannen und näherte sich im großen Bogen. Das Haus stellte sich als Hütte heraus und sie pirschte sich langsam an. Vorsichtig schlich sie sich von der Rückseite an und spähte durch das Fenster. In der Hütte schien niemand zu sein, doch sie sah Sachen. Hier war also jemand gewesen. Das war ihre Chance. Der Hunger war zu groß, um abzuwarten, wann der Besetzer der Hütte wiederkommen würde und so brach sie kurzerhand die Tür auf und betrat den Raum. Ihr Blick ging schnell umher und als sie Lebensmittel sah, vergaß sie ihre Vorsicht. Anstatt diese direkt mitzunehmen und wieder abzuhauen, nahm sie ein Stück von dem Brot und biss ab, während sie sich weiter umsah.

@June Richards


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#3

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:01
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Dieser Winter war, sogar für eine erfahrene Jägerin und Überlebenskünstlerin wie June, hart. Nicht, dass sie nicht alle Überlebenskünstler waren, mittlerweile; doch noch immer waren einiger besser als andere. June zählte sich, ganz bodenständig, zu den besseren. Auch heute, an einem der bisher kältesten Tage der Saison, hatte sie es geschafft, einige Eichhörnchen zu erlegen, die sie locker über die Schulter geschlungen hatte, während sie ihren eigenen Spuren durch den Schnee zurück folgte. Natürlich war sie vorsichtig; sie verwischte sie nun mit einem großen Ast, den sie hinter sich herzog, doch die neuen Flocken, dick wie Wattebäusche, die bereits wieder vom zunehmend dunklen Himmel fielen, taten ihr Übriges. Sie musste wohl kaum Angst haben, dass ihr irgendjemand folgen konnte – zumindest nicht in der nahenden Nacht. Ein wenig Angst, ein wenig Misstrauen musste man schließlich immer haben; sonst hätte der heutige Sonnenaufgang der letzte sein können.

June war froh, diese alte Hütte gefunden zu haben. Froh? Mehr als das. Diese verfluchte Hütte mit den verstaubten Geweihen an der Wand und dem kleinen Ofen in der Ecke bedeutete Überleben. Gemeinsam mit dem Brot, das sie erst vorgestern selbst aus altem, geplünderten Zeug hatte backen können, würde sie später ein kleines Festmahl erleben. Wie gerufen knurrte ihr Magen, während sie die Umrisse des Jagerhäuschens bereits zwischen den dichtstehenden Bäumen erkennen konnte. Es war gut, dass sie sich nun verschanzen konnte; denn obwohl sie heute beinahe keinen Beißern begegnet war, so wusste sie, dass es in der Dunkelheit hier nur so von ihnen wimmelte. Unbeeindruckt bückte sie sich unter ihren kleinen Warnfallen mit den leeren Konservendosen hinweg, steuerte auf die Hütte zu – und hielt inne. Die verfluchte Tür stand sperrangelweit offen.

Sofort schnellte Junes Hand zu ihrem Bogen. Sie hielt inne und ging in die Knie, um nicht durch die Fenster hindurch gesehen zu werden. Sie war hier noch keiner lebenden Menschenseele begegnet und sie war stets vorsichtig - ja, sogar mehr als das - gewesen, wie zum Teufel hatte sie jemand finden können?
Geräuschlos hing sie die Eichhörnchen über einen hohen Angst und glitt, leise wie ein Schatten, auf die Tür zu, die Sehne mit einem Pfeil bereits gespannt. Keine Kerze, kein Licht brannte im Inneren der Hütte, so dass es schwer war, etwas zu erkennen. Sie sah, im letzten Tageslicht, nur eine schlanke Gestalt mit blondem Haar – eine Frau. Und dieses Miststück machte sich an ihrem Brot zu schaffen. Konnte jemand, der so lange überlebt hatte, wirklich so dämlich sein? So wenig vorausdenkend?

June tauschte den Bogen gegen ihr neu erstandenes Dolchmesser und pirschte weiter. Sie atmete noch einmal tief durch, dann machte sie ein, zwei große Sätze und befand sich im Inneren der Hütte. Mit einer einzigen fließenden Bewegung schaffte sie es, ihren muskulösen Arm um den dünnen Hals der Unbekannten zu legen und sie so zu fixieren; sie zwang sie mühelos in die Knie; die Klinge verweilte gefährlich nah an ihrer Kehle. Ihr eigenes Herz raste, doch ihr Gesicht war vollkommen ausdruckslos. Nur ihre tiefbraunen Augen, die keinerlei Wärme besaßen, funkelten erbarmungslos zu der blonden Frau hinunter und verrieten, dass hier keine Spiele gespielt wurden.

"Das", bemerkte June sehr, sehr leise, "wäre aber auch zu schön gewesen, oder?"


@Anouk Kruger


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#4

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:01
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Ein Fluch kommt über ihre Lippen, für den ihre Mutter ihr sicher eine auf den Hinterkopf gegeben hätte. Nicht, dass Anouk von ihren Eltern geschlagen wurde, doch die Worte, die ihren Mund verließen hätten ihre Mutter sicher dazu bewegt. Amüsant, dass sie jetzt gerade an ihre Mutter dachte. Nur wenige Sekunde braucht sie, um zu überlegen was sie jetzt tun könnte. Ihre Position war sehr sehr unvorteilhaft, doch mit einer schnellen Bewegung würde sie an ihr stumpfes Messer kommen. Doch was würde ihr das bringen? Die Frau hielt ihr einen Dolch an die Kehle und sie würde ihre Waffe sicher benutzen, wenn Anouk sich jetzt bewegt. Wie konnte ihr das nur passieren? Sie war nie unvorsichtig – sonst hätte sie auch nicht so lange überlebt. Sie hatte aber so einen Hunger gehabt. Dieser verdammte Winter! Der hatte sie viel zu schwach werden lassen – im Gegensatz zu der Frau. Diese hielt sie fest und würde sie auch so schnell nicht loslassen. „Da hast du Recht.“, antwortet Anouk der Brünetten und sucht ihren Blick. „Ich verhungere…“ Ihr war bewusst, dass das keine Ausrede war und sie wollte auch kein Mitleid – nur etwas Verständnis. Wahrscheinlich würde sie selbst keines zeigen. Allerdings kannte sie bis vor einigen Wochen dieses extreme Hungergefühl nicht und die Schwäche, welche dieses mit sich brachte. Anscheinend litten nicht nur ihre körperlichen Aspekte darunter, sondern auch ihre mentalen, denn ansonsten hätte sie zumindest die Tür geschlossen oder die Frau gehört. Aber sie war viel zu beschäftigt mit dem Brot – von dem sie gerade mal zwei Bissen nehmen konnte. Aber so viel hatte sie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gegessen. Als die Frau sie zu Boden drückte, hatte Anouk ihre Hände an deren Unterarm gelegt und zugepackt. Diese nahm sie jetzt weg und streckte sie nach vorn aus. „Ich habe nur meinen Bogen, eine Waffe ohne Munition und ein stumpfes Messer. Die Waffe ist in meinem Rucksack …“, sie nickt zu dem Rucksack, der neben dem Tisch mit dem Brot stand, „… das Messer ist in meinem Schuh.“ Sie wackelte leicht mit ihrem Fuß, damit die Frau wusste, welchen Schuh sie meint. Den Bogen konnte sie eh nicht spannen, auch wenn dieser noch an ihrem Arm hing. Die Pfeile, in dem selbstgebauten Köcher, klemmten zwischen den Körpern der beiden Frauen. „Bitte lass mich los. Ich verschwinde und du siehst mich nie wieder. Es waren nur zwei Bissen.“ Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und sie hatte einfach nicht die Kraft sich zur Wehr zu setzen. „Bitte…“

@June Richards


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#5

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:01
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Vielleicht, so dachte June insgeheim, war die Frau nicht so dumm, wie sie bisher gewirkt hatte – denn wer, nach neun überlebten Jahren der vollkommenen Apokalypse, konnte so dumm sein, sich in eine fremde Hütte zu schleichen? Und dann auch noch allein? Diese Art des Rückzugs allerdings schien ein aufrichtiges Manöver zu sein, eine Kapitulation. Allerdings merkte die junge Frau schon bald, wie die Blonde tatsächlich von ihr abließ; sie nahm ihre Hände fort und sah, beinahe schon ergeben, zu ihr auf. Regungslos lauschte June der Auflistung ihrer Waffen.

Es dauerte einige sehr lange Sekunden, bis sie reagierte. Mit einem geschickten Tritt beförderte June den besagten Rucksack außer Reichweite für die Fremde, ehe sie - ohne den Griff auch nur ein wenig zu lockern - neben ihr in die Knie, während die Klinge des Dolches dort blieb, wo sie war. Nein, so einfach war June nicht gestrickt, sonst wäre sie schon längst nicht mehr hier. Mit aufeinander gepressten Lippen nahm sie der Frau, die vielleicht ein wenig älter war als sie, den Bogen ab. Um an ihr Messer im Schuh zu kommen, würde die Unbekannte zu lange brauchen, und außerdem hatte sie wenig Interesse daran, ihr bei diesen Temperaturen auch nur ein einziges Teil ihrer Kleidung zu nehmen – oder gar daran riechen zu müssen. Stattdessen verweilte Junes Blick auf dem improvisierten Köcher, den sie auf dem Rücken trug. Eine weitere Schützin, also. Es war Monate her, seitdem sie einer begegnet war. Überhaupt war es sehr lange her, dass sie ein Gespräch geführt hatte, ganz egal mit wem, das sich nicht auf Drohungen und die üblichen Floskeln beschränkte. Doch von alldem konnte man nichts auf ihrem blanken Gesicht lesen.

June war nicht grausam. Die Umstände hatten sie abgehärtet, ja, mehr sogar als das; doch sie tötete oder quälte nicht aus reinem Vergnügen. Ihr Misstrauen allerdings stellte sie nicht weiter in den Hintergrund. Ohne ihren Griff zu lockern - ihr Arm war viel zu stark - tastete sie mit der Hand, die noch immer den Dolch hielt, den Körper der anderen Frau ab. In der Tat war sie gefährlich abgemagert. Sie konnte deutlich jede einzelne Rippe unter ihren Fingerspitzen fühlen, während sie weitere Waffen suchte, ehe sie sie laufen ließ. Denn das würde sie tun, natürlich. Auch wenn es dunkel und sie ganz offensichtlich geschwächt war, und auch wenn die Beißer bald schon wieder durch die tiefen Wälder streifen würden. Aber sie selbst würde sie nicht umbringen, nein. Zumindest nicht mit bloßen Händen.

Das dachte June zumindest, bis ihre kleine improvisierte Alarmanlage vor der Tür etwas anderes behauptete. Die Konserven, nutzlos und beinahe zu leise, schepperten und protestierten lautstark. Und das konnte nur eines bedeuten.
"Streuner", fluchte June mit ihrer tiefen, beinahe schon männlichen Stimme, und hielt der Fremden ohne Zögern ihren Bogen hin. Nur ein, zwei Bewegungen später stand sie selbst wieder aufrecht, den eigenen Bogen bereits gezückt, den Dolch noch einmal auf die Blonde gerichtet.
"Ich warne dich", sagte sie noch tonlos, die aufmerksamen, braunen Augen bereits Richtung Tür gerichtet, während die Dosen noch immer protestierten, "auch im Kampf mit diesen Mistkerlen habe ich immer noch ein Auge auf dich, Missy. Eine falsche Bewegung und du liegst neben den Bastarden im Dreck. Und jetzt", sie schluckte, spürte, wie das altbekannte Adrenalin durch ihre Venen schoss, und richtete sich angespannt zu ihrer vollen Größe auf, "zeig mal, was du kannst."


@Anouk Kruger


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#6

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:02
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Ohne Gegenwehr ließ sie sich entwaffnen. Damit hatte sie gerechnet und sie verstand es auch. Sie würde es genauso tun. Die Frau wusste ganz genau, was sie zu tun hatte und wie sie sich bewegen musste, damit Anouk auch ja keine Chance hatte sich zu befreien oder an eine Waffe zu kommen. Das hatte sie allerdings auch gar nicht vor. Für sie war es nicht sinnvoll, denn ihre Chance aus dieser Sache rauszukommen war, sich zu ergeben. Vielleicht würde sie ohne eine Waffe wieder gehen müssen, doch damit musste sie dann leben. Einen Neuen Bogen würde sie schon hinbekommen, auch wenn sich das mit der Sehne etwas schwierig gestalten könnte. Doch darüber konnte sie sich dann später Gedanken machen. Erst einmal muss sie jetzt überleben. Sie ließ sich abtasten und war froh, dass sie den Dolch nicht mehr an ihrer Kehle spürte. Zwar beschleunigte sich so ihr Atem, doch wenigstens traute sie sich jetzt zu atmen.
Als sie losgelassen wurde, rutschte sie zunächst ein Stück von der fremden Frau weg, bevor sie wieder auf den Beinen war. Sie hatte ihre Pfeile noch und ihr Rucksack stand jetzt neben ihr. Ihr Blick ging zu ihrem Bogen, den die Frau in der Hand hielt. Zum ersten Mal, konnte sie diese nun mustern und stellte fest, dass sie sportlich aussah und auch größer war als Anouk. Das hatte sie aber schon mitbekommen, als die Frau sie festgehalten hatte. Die Unbekannte besaß ebenfalls einen Bogen, was interessant war. Aber sie schien allein zu sein und auch allein hier zu leben. Oder würde noch jemand kommen? Hätte sie eine Begleitung, wäre ja sicher einer im Haus geblieben, um es zu bewachen, oder? Sie setzte die kleinen Puzzleteile in ihrem Kopf zusammen, als sie auf einmal das Geräusch der Dosen hörte. „Was…“ Sicher eine Alarmanlange. Beißer? Auf einmal hatte sie ihren Bogen in der Hand und es dauerte nur eine Sekunde und sie hatte einen Pfeil gespannt. Ihr Blick geht zu der Frau. „Anouk. Ich heiße nicht Missy.“ Doch dann nickt sie und nähert sich der Frau, um ebenfalls aus der Tür zu treten.
Eine kleine Gruppe Streuner kam auf sie zu – vielleicht acht oder neun. Sofort ließ Anouk einen Pfeil fliegen und streckte somit den ersten nieder. Direkt danach fiel der zweite zu Boden und sie hatte schon den nächsten Pfeil in der Hand, um zu schießen. Auch die fremde Frau erledigte einige Beißer und als kein Lärm von den Dosen mehr zu hören war, ging Anouk zu den Leichen, um die Pfeile zu holen. Ihre steckte sie in ihren Köcher, die andere gab sie der Frau zurück. „Danke. Darf ich meinen Rucksack noch holen? Dann bin ich weg.“ Sie weiß, dass ihr das Auftauchen der Streuner wohl sehr geholfen hat und sie will ihr Glück wirklich nicht strapazieren.

@June Richards


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#7

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:02
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Anouk – was interessierte es June, wie die Unbekannte hieß? Wenn sie gleich neben ihr zu Boden ging, nur um kurz darauf wieder zähnefletschend aufzustehen, würde sie ihr höchstens noch ihr Messer ins Hirn rammen, ganz egal, ob sie irgendeine daher gelaufene Stripperin oder die Queen von England war. Glücklicherweise allerdings - sonst gäbe es noch eine Sauerei, und die wollte June vermeiden - ging die Blonde nicht zu Boden. Geschickt und unaufgeregt stand sie neben ihr und lieferte die Pfeile genau dort ab, wo sie hingehörten. Innerhalb weniger Sekunden war das Spektakel im Halbdunkeln des Waldes vorbei. June vermutete, dass die Eichhörnchen, die noch immer über dem Ast hingen, ausschlaggebend gewesen waren; und so trat sie mit großen Schritten nach draußen, hing sich die Tiere, die dem Himmel sei Dank unangerührt geblieben waren, wieder über die Schulter und wandte sich um. Hier stand sie nun, diese Anouk. Aufgerichtet zu ihrer vollen Größe sah sie, Bogen hin oder her, gar nicht gut aus; sie wirkte müde und, schlimmer noch, völlig abgezehrt. Sie war etwas kleiner als sie selbst und selbst für diese Umstände wirkte sie beinahe zerbrechlich; auch ihre Kleidung war, dazu reichte ein einziger Blick, viel zu dünn. Ungeeignet für diese Temperaturen und für den Schnee, der nun unaufhaltsam vom Himmel fiel. Doch nun wusste sie, wo June hauste. Sie wusste von ihren Vorräten und wohlmöglich auch von ihrer Munition, die sie unter dem alten und quietschenden Sofa versteckt hielt. June seufzte stumm. Musste sie es tun? Musste sie es wirklich tun?

"Ich fürchte", begann June sehr langsam, während sie seelenruhig an Anouk vorbei und ins Innere des Hauses trat, "dass ich diese Frage mit Nein beantworten muss." Ihre tiefe Stimme malte die Worte in die bitterkalte Luft, simpel und erbarmungslos. Sie beäugte den harmlos aussehenden Rucksack. Wie viel konnte sie schon darin mit sich rumschleppen? Und war das alles, was ihr geblieben war? Das war, zugegebenermaßen, nicht sehr viel. Schon gar nicht für die Winterzeit. Mit steinernen Gesichtszügen hing June die Eichhörnchen über ein Geweih an der Wand, schob den Rucksack noch einmal außer Reichweite, und sah der Unbekannten geradewegs in die Augen. Ihre Gedanken rasten – und sie war nicht gerade für ihre Empathie bekannt.
"Leg den Bogen zur Seite." Keine Bitte, nur eine Aufforderung. "Wo kommst du her und mit wie vielen bist du unterwegs?"


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#8

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:03
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Die Unbekannte musterte sie nicht gerade unauffällig, doch das störte Anouk nicht. Ihr war auch klar, dass sie nicht den besten Anblick bot. Die letzten Jahre hatte sie es immer geschafft genug Vorräte für den Winter zu sammeln und auch ihre Sachen soweit in Schuss zu halten, dass sie nicht frieren musste. Doch ihr geliebter Mantel, der sie einige Jahre warmgehalten hatte, war vor ein paar Wochen kaputt gegangen und zwar so sehr, dass sie ihn nicht mehr tragen konnte. Sie hatte gehofft, dass das Tauwetter wärmere Temperaturen mit sich bringen würde und sie den Rest des Jahres Zeit hätte sich einen neuen Mantel zu suchen. Dieser Winter war einfach zu hart gewesen und Glück hatte sie auch keines. Im Gegensatz zu der Fremden. Immerhin holte sie gerade zwei Eichhörnchen in ihre Hütte. Ihr Blick ging in den Wald und sie fragte sich, ob sie vielleicht doch noch etwas fangen könnte. Die Tiere würden sicher bald wieder mehr herauskommen und dann könnte sie sich auch wieder stärken. „Was?“ Hatte die Fremde gerade nein gesagt? Okay, Anouk war hier eingebrochen und wollte etwas stehlen. Was ihr sicher auch gelungen wäre, wenn sie nicht so unvorsichtig gewesen wäre. Und da sie gerade sehr gründlich gemustert wurde, war der Frau sicherlich auch klar, dass es ihr nicht sonderlich gut ging. Und dennoch wollte sie ihr nicht das letzte bisschen Hab und Gut wiedergeben, obwohl sie in einer Hütte lebte und mehr als genug Essen für einen hatte. Ihre zierlichen Hände ballten sich zu Fäusten und sie schaute von draußen in die Hütte hinein. Sie würde diese nicht einfach wieder betreten, denn wahrscheinlich würde diese Frau sie sofort töten. Das hatte sie ja schon. Den Bogen legte sie nicht zur Seite, nahm ihn aber zurück auf den Rücken und hielt ihn somit nicht mehr in den Händen. „Austin, Texas. Und ich bin allein – wie du siehst.“ Immerhin war sie hier allein. Sie wäre auch nicht allein in ein Haus eingebrochen, wenn sie Begleitung hätte. „Nimm dir die Waffe meinetwegen aus dem Rucksack, aber bitte gib ihn mir.“ Es war zwar nicht viel drin, aber eben alles was sie hatte – ihr Buch, ihre Kräuter und das letzte bisschen Nahrung, die aus Beeren und ein paar Früchten bestand. Sie fühlte sich unwohl, vor Allem weil sie so unterlegen war. Diese Frau saß in ihrem Haus und schaute durch die Tür hinaus zu Anouk. Was wollte sie denn noch? Dass sie auf die Knie ging und bettelt? Das würde sie auf keinen Fall tun.

@June Richards


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#9

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:03
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Okay, zugegeben, diese Anouk schaute nun schon ein wenig überrascht. Vielleicht sogar ärgerlich. Nicht, dass es June stören würde. Viel mehr störte sie, dass sich etwas in ihr regte, was sie nicht genau benennen konnte; es widerstrebte ihr, die Unbekannte in die immer stärker werdende Dunkelheit zu entlassen, während sie gerade von einer Gruppe Beißern angegriffen worden waren. Doch die Blonde war nicht nur allein - wenn es denn stimmte, was sie sagte - sondern auch unterernährt und geschwächt, ganz egal, wie gut sie mit ihrem Bogen umgehen konnte. Außerdem, und das war Tatsache Nummer 2, wusste sie nun, wo June sich befand und was sie alles um sich herum versammelt hatte. Letzteres war beinahe ein Grund, um die Hütte gänzlich zu verlassen und neuen Unterschlupf zu suchen. Doch wo? Und wäre es dann nicht einfacher, Anouk zu —?

Es war ungewöhnlich schwierig, diesen Gedanken zu beenden. June beobachtete sie weiterhin und völlig unverwandt, die Brauen nun tief in die Stirn gezogen. Sie rückte den Rucksack noch immer nicht raus, schaute nur durch die noch immer geöffnete Tür, während es im geschützten Inneren immer und immer kälter wurde. Sie brauchte noch ein wenig Zeit. Zeit sich zu entscheiden, was sie mit Anouk tun würde. Tun müsste. Und so tat June etwas, was sie vielleicht noch nie getan hatte.
"Komm rein", sagte sie schroff, hing ihren eigenen Bogen nun an einen verrosteten Nagel in der Wand und wandte sich geschäftig - so, als passiere gerade rein gar nichts besonderes - wieder zu der blonden Frau um. Hier, im Inneren ihrer eigenen vier Wände, würde sie die Oberhand behalten, daran hatte sie keine Zweifel. "Und mach die Tür zu, es wird verflucht kalt hier drin."
Mit einer einzigen Bewegung nahm sie eine weitere, ihr viel zu große, dafür aber warme Jacke von der Lehne eines Stuhls und warf diese Anouk zu, bevor sie das gute Brot vom Boden aufhob und sich das braune Haar zu einem Zopf band.
"Sei so gut und schließ die Vorhänge." June deutete mit einem Nicken zu den wenigen Fenstern des kleinen Häuschens und widmete sich dann den Eichhörnchen, ihrem Abendessen. Es war das erste Mal seit Jahren, dass sie mit jemandem teilen würde. "Seit wann hast du nichts Warmes mehr gegessen?"


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#10

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:03
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

So ganz war sich Anouk nicht sicher, ob sie das hier überleben wird. Die Fremde ließ sich nicht anmerken, was sie dachte und es fiel Anouk schwer einen Eindruck von ihr zu bekommen. Daher musste sie mit allem rechnen. Auch wenn sie wohl nicht ausrichten könnte, wenn die Frau sie wirklich angreifen würde. Vielleicht sollte sie einfach weglaufen. Sie hatte dann zwar ihren Rucksack nicht mehr, aber immerhin ihr Leben und ihre Waffen. Aber die Frau hatte ihr eben diese wieder zurückgegeben. Sie wusste es wirklich nicht.
Eine Weile sah die Frau sie nur an. Keine Regung und kein Wort kamen von ihr. Das machte Anouk ein bisschen nervös. Doch als die Frau wieder sprach, überraschte sie diese doch etwas. Etwas zögern betrat Anouk die Hütte und schloss dann auch die Tür hinter sich. Die Jacke fing sie auf und schaute diese kurz an, bevor sie wieder zu der Frau sah. „Danke.“ Sie zog sie an und es tat gut, mal wieder etwas wärmeres anzuhaben.
Ohne zu antworten machte sie die Vorhänge zu und hoffte, dass es draußen ruhig bleiben würde. Sie wusste dann nicht so recht wohin mit sich und sie traute sich auch nicht so richtig zu bewegen. Den Rucksack hatte die Frau ihr nicht zurückgegeben und wenn sie jetzt zu diesem gehen würde, könnte das falsch aussehen. Also blieb sie stehen und sah sich um. Sie hatte vorhin gar nicht die Zeit gehabt sich die Hütte genauer anzusehen.
„Hm?“ Für einen Moment waren ihre Gedanken abgeschweift und sie brauchte eine Sekunde um sich zu sammeln. „Ich weiß nicht. Vor fünf oder sechs Wochen.“ Sie war wirklich eine ganze Weile durch sehr trostloses Gebiet gestreift. Ein paar kleine Städte lagen auf ihrem Weg, doch die waren alle schon geplündert. Es wurde immer schwerer noch etwas zu finden. Daher war es gut sich auch anders ernähren zu können, wenn man unterwegs war. Aber Tiere gab es in der Gegend nicht. Seit ein paar Tagen war sie in dem Wald und bisher war ihr noch kein Tier über den Weg gelaufen. Sie hatte einfach wirklich Pech gehabt die letzte Zeit.

@June Richards


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#11

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:03
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Völlig unzeremoniell begann June über der kleinen und hoffnungslos verrosteten Spüle, die Eichhörnchen zu häuten. Aus dem Augenwinkel beobachtete sie Anouk, die offenbar nicht wusste, wohin mit sich; abwesend folgte sie dem Blick der anderen Frau, der immer und immer wieder zu ihrem Rucksack wanderte. Natürlich. An ihrer Stelle hätte June auch lieber den Rucksack mit den wenigen Habseligkeiten genommen und wäre rausgegangen, Gott weiß wohin, nur nicht beinahe unbewaffnet in der Nähe eines anderen und obendrein noch unbekannten Menschen geblieben. Beinahe umspielte ein Lächeln Junes Mund – beinahe.
"Dafür, dass du gleich etwas Warmes zu Essen bekommen wirst, wirkst du ganz schön verloren." Mit dem Unterarm strich sie sich einige ihrer braunen Haarsträhnen aus der Stirn. Sie arbeitete routiniert und rasch; auch ihr Magen knurrte, wenngleich sie lange nicht so abgezehrt aussah wie Anouk. Obwohl die ersten zarten Knospen teilweise bereits aus der Schneedecke ragten, so durfte man nicht glauben, dass der Frühling bereits um die Ecke wartete – selbst hier, im Inneren dieser Hütte, die eigentlich schon an allen Ecken und Enden auseinander fallen sollte, wurde es kühl. June würde nicht drum herum gekommen, später den Ofen anzuheizen. Später. Wenn sie sich entschieden hatte, was sie mit ihrer Besucherin anstellen würde.
"Bist du immer so gesprächig?", fragte June dann in die Stille hinein, als die Eichhörnchen beinahe bereit waren, um sie über dem Feuer zu braten. Ihre tiefe Stimme klang ein wenig schroffer als sie es vorgehabt hatte, aber Nettigkeit gehörte ohnehin sicherlich nicht zu ihren Stärken. "Oder liegt das nur an mir? Hier", mit einer Bewegung ihrer Fußes ließ sie Anouks Rucksack in ihre Richtung schlittern, um die Atmosphäre ein wenig zu entspannen, "nimm deinen Kram. Keine falsche Bescheidenheit."
Ganz egal, was die Blondine darin haben mochte – June wäre, so schätzte sie, ohnehin schneller als sie. Wenn es dann soweit kommen würde. Oder - sie seufzte stumm - kommen müsste.


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#12

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:04
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Anouk traute sich gar nicht so Recht die fremde Frau anzusehen. Allgemein wusste sie nicht, ob sie sich sicher oder eher gefährdet fühlen sollte. Immerhin hatte sie nun eine warme Jacke an und fror nicht mehr so fürchterlich. Rückblickend war die Zeit wirklich sehr hart gewesen – viel härter, als Anouk sie in dem Moment empfunden hatte. Daher stellte sich doch ein angenehmes Gefühl ein, vier Wände um sich herum zu haben. Das war ja mittlerweile ein Luxus geworden, zumindest wenn man ständig unterwegs war wie sie. Ihr wurde aber auch immer mehr bewusst, dass sie eine Gefahr für die Frau sein könnte. Immerhin ist sie in ihr Haus eingedrungen, hat zumindest einen Teil der Besitztümer durchsuchen können und außerdem könnte sie gelogen haben, dass sie allein war. Als die Frau sie wieder anspricht, zuckt sie kurz zusammen. Ihr Blick geht zu der Braunhaarigen und sie sieht wirklich überrascht aus. Sie will ihr also wirklich etwas zu Essen geben? Ein kleines Lächeln zeichnet sich auf ihren Lippen ab. „Ich fühle mich gerade auch etwas verloren.“, meint sie und tritt einen Schritt an die Spüle heran. „Kann ich dir irgendwie helfen?“ Wenn die Frau schon mit ihr teilen wollte, dann kann sie der ja auch helfen.
„Was?“ Nun musste sie wirklich etwas lachen. Doch bevor sie der Frau antwortete, nahm sie erst einmal ihren Rucksack vom Boden auf, nur um ihn dann wieder hinzustellen. Sie brauchte ihn jetzt nicht, aber sie hatte kurz das Gefühl gebraucht ihn wiederzuhaben. „Ich würde sagen, dass es an der Situation liegt.“, meint sie etwas scherzhaft. Die schroffe Art der Frau störte sie nicht – wieso auch? Sie kennen sich nicht und in dieser Welt sollte man lieber schroff sein, als zu nett. Eine Tatsache, die sie sich ab und an auch mal wieder ins Gedächtnis rufen musste. „Wie ist nein Name?“ Immerhin kannte die Frau ihren schon, hatte sich aber selbst noch nicht vorgestellt. „Und danke. Für die Jacke, das Essen und dass du mich nicht getötet hast.“ Nun ging sie doch an ihren Rucksack und spürte sofort den Blick der Fremden auf sich – verständlicher Weise. Doch sie holte nur eine Schatulle aus Metall heraus, öffnete diese und suchte einen Moment. Dann nahm sie ein kleines Säckchen heraus und brachte es June. „Reibe das Fleisch etwas damit ein. Dann bekommt es etwas Geschmack.“ Sie hatte nicht nur immer Kräuter dabei, die heilende Wirkung hatten, sondern auch solche, die man eben als Gewürz nehmen konnte. So konnte sie zumindest etwas zum Essen zusteuern. „Ich koste es auch vor, solltest du denken, dass ich dich vergiften möchte.“ Jetzt hatte sie ja schon etwas mehr erzählt.

@June Richards


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#13

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:04
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Helfen? Beim Zerlegen von Eichhörnchen? June zieht eine Augenbraue in die Höhe.
"Schon okay", antwortet sie rasch, ihr entgeht das vorsichtige Lächeln auf den Lippen der Fremden allerdings nicht. Sie fühlt sich wohl? Umso besser. Wenn sie ihre Schutzmechanismen ein bisschen zu Boden lässt, würde es leichter werden, wenn June – sollte sie sich wirklich - wenn sie tatsächlich keine Wahl hätte –
Doch diesen Gedanken schiebt sie erst einmal weit weg. Sie will sich schließlich nicht ihr eigenes Essen verderben; die Jagd, selbst auf diese zwei Racker, war zu hart gewesen. Sie würde froh sein, sobald es endlich wirklich Frühling wurde. Ganz ohne Schnee und Eis und halb erfrorene Beißer. Manchmal fragt sie sich ohnehin, wie lange diese Gestalten durchhalten würden; Jahre sind vergangen und sie gehen immer noch aufrecht. Nun, zumindest die meisten von ihnen.
"Oh, welche Situation?", erwidert June trocken, zieht zwei lange Eisenspieße aus dem großen hölzernen Wandschrank und befestigt die Eichhörnchen daran. "Die, in der ich eine Einbrecherin zum Essen einlade? Passiert doch jeden Tag."
Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen ist sie vollkommen ernst, nur ein kleines, beinahe unmerkliches Funkeln in ihren dunklen Augen verrät mehr. Nun beobachtet sie, wie Anouk sich zu ihrem Rucksack hinab beugt und eine kleine Schatulle daraus hervor nimmt – wiederum darin befindet sich ein kleines Säckchen, das einen herrlichen Duft verströmt. Unwillkürlich läuft June das Wasser im Mund zusammen. Vielleicht war es doch keine so blöde Entscheidung gewesen, die Frau bei sich zu lassen.
"Bitte", sagt June bloß, das Lächeln mittlerweile fast erkennbar in ihren strengen Gesichtszügen, und hält der Blonden die Spieße hin. "Kümmer dich um die Würzung und ich", sie nickt mit ihrem Kopf in die Richtung des kleinen Ofens in der Ecke, "kümmere mich schon mal um das Feuer. Du hast Hunger, oder etwa nicht?"
Sie wendet sich um, plötzlich selbst ein wenig entspannter als zuvor. Vorsichtig, Richards. Sie muss selbst auf der Hut bleiben, ob ihr diese Anouk nun anbietet, Kräuter vorzukosten oder nicht. Sie hebt einige bereits zerkleinerte Holzscheite in den Ofen und atmet tief durch.
"June", antwortet sie schließlich ohne sich zu ihr umzudrehen. Sie würde wohl nicht erraten, dass dies nicht ihr wahrer Name ist, doch es spielt auch keine Rolle. Ihren Geburtsnamen hatte sie seit dem Tag der Apokalypse abgestreift wie eine alte Haut. Sie zögert kurz, bevor sie fragt: "Wie kommt es, dass du ganz allein unterwegs bist? Nimms mir nicht übel", sie zieht ein Streichholz hervor, "aber es wirkt nicht so, als kämst du allzu gut klar ohne Gruppe."


@Anouk Kruger


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#14

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.02.2019 21:04
von Survive or walk with the Dead | 539 Beiträge

Hatte die Frau gerade wirklich einen Scherz gemacht? Damit hatte sie nun nicht gerechnet. Aber anscheinend schienen sich beide so nach und nach zu entspannen, wenn auch nicht vollkommen, was aber auch sehr schwierig war in diesen Zeiten. Immer wenn man auf andere Menschen traf, musste man vorsichtig sein und mit einem Auge offen schlafen. Die meisten Menschen waren einfach nicht gut. „Darum gehst du so routiniert damit um?“, fragte sie schmunzelnd. Ihr war klar, dass so etwas nicht jeden Tag geschieht. Aber es war auch für sie das erste Mal, dass sie erwischt wurde und anscheinend hatte sie Riesenglück gehabt, dass ihr das bei June passiert ist. So manch einer hätte sie einfach umgebracht. Sie weiß selbst nicht, wie sie reagiert hätte in solch einer Situation. Gerade war sie sehr froh, dass alles so gekommen war wie es jetzt ist – immerhin lebt sie noch und da June ihr sogar etwas von ihrem Essen abgibt, scheint sie auch nicht vorzuhaben Anouk noch zu töten, denn das hätte sie schon längst tun können.
„Okay.“ Sie nahm die Stangen mit den Eichhörnchen und machte sich daran die Gewürzmischung so zu verteilen, dass die Tiere ihnen schmecken werden und nicht nur satt machen. Ihr Blick ging zu dem Ofen und sie kann nicht leugnen, dass sie sich darauf freut, dass es gleich etwas wärmer in der Hütte werden wird. Ein Feuer zu machen war nicht ungefährlich, vor allem weil man den Qualm über eine gewisse Entfernung sehen konnte. Doch mittlerweile war es dunkel und so würde man sie sicher nicht so schnell entdecken und dann war da ja noch Junes Alarmanlange. „Ich weiß aktuell gar nicht wie es ist keinen Hunger zu haben.“, gab sie etwas kleinlaut zurück. Bis heute kann sie sich nicht genau erklären wie es dazu kommen konnte, dass der Winter sie fast dahingerafft hat und vielleicht hätte sie auch nicht mehr allzu lange überlebt – wissen kann man das an diesem Punkt nicht. Aber natürlich hat Anouk gespürt, wie ihre Kleidung immer großer wurde und sie auch immer schwächer.
Nachdem sie mit der Würzung fertig war, nahm sie die Stangen und ging zu der Frau, die nun ihren Namen verraten hatte. Das war doch schon einmal etwas. Anouk hielt das wichtige Essen fest, während June noch das Feuer anmachte. Leicht neigte sie ihren Kopf bei der Frage. „Ich bin schon seit vier Jahren allein unterwegs. Ich kann dir nicht sagen, was passiert ist.“ Sie reichte June die Stangen, als das Feuer an war und sah ihr weiterhin zu. „Ich hatte ein paar Vorräte gesammelt und als der Winter kam, was ich gerade in einer Stadt. Von der kam ich die nächste. So hatte ich wenigstens ein Dach über den Kopf, aber die Städte waren schon komplett geplündert. Daher fand ich keine Nahrung und auch in den kleinen Wäldern traf ich auf keine Tiere mehr.“ Leicht hob sie ihre Schultern. „Diesen habe ich gestern erst betreten und dann kurz darauf die Hütte gefunden.“ Leise schnaubte sie. „Hunger macht einen schwach und vergesslich. Es war dumm hier einfach so einzubrechen, das weiß ich. Aber ich hatte keine Wahl.“ Sie holte aus ihrem Rucksack ein Tuch heraus und öffnete dieses. Darin lagen eine Handvoll Beeren und ein paar Blätter. „Das ist alles, was ich noch zum Essen habe. Ich hatte gehofft Tiere in diesem Wald zu finden.“ Ihr Blick ging wieder zu der Frau, nachdem sie das Tuch mit dem wenigen Essen wieder weggepackt hatte. "Was ist mit dir? Du bist auch allein."

@June Richards


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