Herzlich Willkommen

Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

Team

Wetterbericht

Der Winter ist nun vollkommen Geschichte, da die Sonne immer mehr dominiert. Warme Luft und farbenfrohe Blumen machen das sonst so harte Leben in der Apokalypse angenehmer. Es wird Zeit sich wieder um das anpflanzen von Nahrung und Getreide zu kümmern.

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Kolonien & deren Bewohner

---------------------- Aktuell: 104 Überlebende ---------------------- ---------------------- Cottage Sea: 24 Bewohner ---------------------- -------------------- Anarchy Riders: 20 Bewohner -------------------- ---------------------- Valley Balar: 19 Bewohner ---------------------- ----------------------- Whisperers: 7 Bewohner ----------------------- ----------------------- The Zone: 8 Bewohner ----------------------- ------------------------- Nomaden: 26 Bewohner -----------------------

Dringend gesucht

☣ Carl Grimes ☣ Carol Peletier ☣ Michonne ☣ Enid Taylor ☣ Henry ☣ Lydia ☣ Ezekiel ☣ Dwight ☣ Eugene ☣ Tara Chambler ☣ Siddiq ☣ Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. So haben wir ähnliche Storys wie bei VIKINGS oder ANARCHY RIDERS, jedoch mit abgeänderten Namen und Story. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

☠ DRINGEND MÄNNLICHE MITSTREITER FÜR DIE ANARCHY RIDERS GESUCHT ☠ AUFNAHMESTOP FÜR WEIBLICHE RIDER-CHARAKTERE ☠
#1

Große Wiese

in Außenbereich 20.11.2018 21:22
von Daryl Dixon | 4.208 Beiträge




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#2

RE: Große Wiese

in Außenbereich 11.12.2018 21:30
von Jennica Magoro | 652 Beiträge

Es schneite ununterbrochen und es schien kein Ende zu nehmen. Langsam nervte es mich echt, da ich lieber den warmen Sommer mochte. Im Winter konnte man nichts anbauen und auch die Tiere konnten nicht auf die Weide. Es hatte viele Nachteile, leider konnten wir es nicht ändern. Gut das ich im Sommer viele Felle bearbeitet hatte und daraus Mäntel oder auch Schuhe gefertigt hatte. Ja, dies hatte ich mir in den Jahren selber beigebracht und war schon richtig gut drin. Immerhin waren die meisten Klamotten nach neun Jahren nicht mehr gut erhalten wie früher. Daher bot es sich an, diese teilweise selber herzustellen. Die Fälle hielten einen schön warm und tarnten einen zusätzlich.

Weswegen ich das Dorf verlassen hatte? Mir waren ein paar Hühner entlaufen, die ich gerade füttern wollte. Sie liefen Richtung Wald und ich musste sie unbedingt wieder einfangen. Nutztiere bekam man eben auch nicht an jeder Ecke. So sattelte ich mein Pferd und ritt hinaus. Auch mein Pferd hatte Probleme durch den Schnee zu kommen, aber wir waren schneller, als wäre ich nun zu Fuß gegangen.
°Wo seit ihr nur?°
Es war bitter kalt und trotz meines dicken Mantels, fror ich ein wenig. Deswegen bewegte ich mein Pferd etwas schneller, um so schneller kamen wir wieder zurück ins Dorf und zurück in meine warme Hütte. Dort brannte noch das Feuer, also musste ich mich eh beeilen. Ich lauschte in der Umgebung, vielleicht hörte man sie ja gackern.

@Livia Luna



Ich mache schlimme Dinge und die mache ich sehr gut !!

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#3

RE: Große Wiese

in Außenbereich 11.12.2018 22:22
von Livia Luna | 674 Beiträge

Es war zwar für mich was ganz anders aber irgendwo her stipitzte ich mir ein Pferd um vor ran zu kommen doch es sollte nicht mit mir gut sein den eh ich irgendwo im niergendwo war. Scheute das Pferd und bugelte auch da es sehr kalt war und ich shcon durhc aus durch gefroren war hielt ich mich mit meiner letzten kraft fest doch es half nichts irgendwann schmieß es mich ab und galloppierte weg.
leicht verletzt lag ich auf dne kalten boden und mitten im Schnee ich zitterrte und hielt mir mein rechte schulter.
"Ah verdammt wieso gerade ich noch hier wo bin ich eigentlich hier..." ich sah mich schmerzvoll um und erkannte ein große wiese voller Schnee doch nur wo genau.

Ich versuchte mich langsam aufzurichten doch ohne erfolg ich brach unter schmerzen wieder zusammen und schrie sehr laut auf. "Na wunderbar also wen jetzt nicht noch ein Zombie mich gehört hatte dann bin ich jetzt schon tot" murmelte ich in mich hinein den was anders blieb mir nicht übrig. Langsam aber sicher war ich schon durch gefroren schon halb ein eis am stiel doch es blieb mir nichts anders übrig als ab zu warten und hoffen das mich einer finden würde was zwar unwahrscheinlich war aber hoffen musste ich aber und wo zur höhle war dieses Pferd und wieso hat es sich erschrocken und vor was eigentlich.

Ich kauerte mich zusammen um den rest wärme noch in mir zu behalten was nicht wirklich klappte aber was sollte ich sonst tun, mein haare waren schon immer mehr und mehr mit Schneeflocken bedeckt und auch so war mein gesicht schon rot von der kälte gewesen, " bitte bitte findet mich hier jemand mirrrr issst seeehr kalt und ich will nur hier weg" kam es leise über meine lippen den ich gab schon langsam die Hoffnung auf das irgendjemand hier vorbei kam.


@Nathalie Magoro


Stille Wasser sind Tief und schmutzig.....aber auch feurig finde es her raus.....


auch ich hab meine Ecken und kanten so wie geheimnise…..pssss

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#4

RE: Große Wiese

in Außenbereich 11.12.2018 22:51
von Jennica Magoro | 652 Beiträge

DA ... da war das dumme Huhn. Schnell sprang ich von meinem Pferd ab und näherte mich geduckt. Gut das sie bei dem Schnee nicht so schnell voran kamen, mit ihren kleinen Beinen. Das erste packte ich und setzte es in einen kleinen Käfig, der am Sattel befestigt war. Nun folgte das nächste, dies war nicht so einfach zu fangen, doch auch das gelang mir irgendwann und ich konnte es wegsperren. Als ich das dritte ausmachte, sah ich wie ein Zombies dies packte und den Kopf mit dem Mund abriss. Ich blieb wie angewurzelt stehen und ärgerte mich. Noch hatte mich der Streuner nicht gesehen, weswegen ich langsam rückwärts ging. Ich vermied den Kampf, wenn es möglich war. Wenn nicht, dann kämpfte ich auch.
Ich huschte zu meinem Pferd und setzte mich wieder rauf. Das Huhn war eh verloren, aber wenigstens hatte ich die anderen. Nun aber schnell wieder ins Dorf zurück. Ich drehte mein Pferd und wollte gerade los galoppieren, als ich jemanden schreien hörte. Ich zog die Zügel zu mir und sah mich um. War da jemand in Gefahr? Leider hatte auch der Streuner dieses schreien gehört und ging nun in diese Richtung. Kurz überlegte ich, ob ich dem schreien folgen sollte. Doch ich hatte ein zu gutes Herz, weswegen ich mein Pferd in diese Richtung steuerte.
Ich sah von weiten, dass dort jemand im Schnee lag, ob es ein Zombie war? Aber es hatte geschrien, dass machten Streuner nicht. Apropro Streuner, da kam er auch schon und zielte auf das Geräusch zu. Ich sprang von meinem Pferd und nahm mein Messer, gerade als sich dieser über die Person beugen wollte, rammte ich ihm von hinten mein Messer in den Kopf. Selten das hier überhaupt welche anzutreffen sind, aber es war nicht unmöglich. Ich warf den nun toten Zombie zur Seite und erkannte eine verletzte Frau.
"Was ist passiert? Kann ich helfen?"
Sie sah halb tot aus und brauchte unbedingt Hilfe. Ich hockte mich zu ihr und rubbelte sie etwas.
"Wie ist dein Name? Ich bin Nathalie"

@Livia Luna



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#5

RE: Große Wiese

in Außenbereich 12.12.2018 20:36
von Livia Luna | 674 Beiträge

Nach langen liegen waren nun auch meine Lippen ganz blau und ich spürte nun nichts mehr doch so wie es nun mal sein sollte kam auch schon der erste streuner war ja irgendwie gerade mein glück was ich nicht hatte, ich wollte mich bewegen doch es gelang mir nicht also zitterrte ich und wartete auf mein sicheren tot doch eh ich die Augen schloss steckte schon ein messer in dem Kopf des streunes und schon war er weg.
Meine Augen vernahmen dann eine dunkel häutige junge frau mit wirklich viel haar auf den kopf. Irgendwie war ich erleichtert doch wusste ich nicht was sie mit mir vor hatte den in dieser welt wusste man nun nie wirklich was der ein oder andere von einen wollte. Als sie sich zu mir hockte und versuchte mich warm zu rubbelte kam mal wieder der schmerz meiner Schulter stärker zu vorschein und sofort biss ich mir auf meine unterlippe um den schmerz zu unterdrücken doch ein stöhnen blieb den noch.

"I...ich bin....vom...vom Pferd gefall...en" sagte ich mit leiser und zittrigen stimme zu ihr eh ich dann noch kurz hinzufügte "M...mmmmein Schulter..." doch dann zitterte ich auch schon wieder und es war schon eine gute schnee schicht auf mich drauf also musste ich schon einige minuten hier liegen. "mmmmm....ein P...Pferd hat sich los gerießen...nnnach dem es ....miiich runter geschmießen....hhhhhattttte"
doch dann viel mir wieder ein das sie mich ja gerettet hatte gerade. "Dddanke..."
Mein gesicht war auch schon ganz blass nur ein hauch an farbe war zu sehen durch die kälte doch dies wurde aber auch immer blasser.
Eigentlich mochte ich es ja im schnee zu reiten aber nicht jetzt innerlich kochte ich vor wut doch leider konnte ich es nicht raus lassen da ich einfach schon so am erfrieren war das alles nur noch taub war fast schon wie gelähmt.

Meine Augen gingen immer hin und her um auch nicht wieder angegriffen zu werden ich hoffte einfach das die fremde mich nun nicht töten wollte aber den eindruck machte sie mir zu erst nicht aber man wusste nie was so im Kopf vor ging bei den leuten. Dann erwiederte ich die nächste frage von ihr. "IIIch bin....Liviiiia...abbber Llll...iv reicht" eh ich ihr dann nun auch mein name verriet den ihrer erfuhr ich sofort was eigentlich sehr ungewöhnlich war aber wer weiß ob sie wirklich so hieß. "Mir ist kalt!" hauchte ich nur noch ihr entgegen nach dem mein Atem schon sich in rauch verwandelte vor kälter ich wusste nur nicht ob sie verstand was ich damit meinte und ob sie mir helfen konnte.

@Nathalie Magoro


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#6

RE: Große Wiese

in Außenbereich 13.12.2018 14:31
von Jennica Magoro | 652 Beiträge

Ich sah der jungen Frau an, dass sie Schmerzen hatte und fror. Sie musste unbedingt ins Warme, sonst würde sie diesen Tag nicht mehr überleben. Zurück lassen konnte ich sie nicht, dass würde ich auch nicht tun.
"Livia ... habe keine Angst, es wird alles gut werden, dass verspreche ich dir"
Kurz blickte ich mich nach ihrem Pferd um und sah es etwas weiter weg stehen und im Schnee schaben. Ich musste sie irgendwie auf ihr Pferd bekommen. Ich lies sie kurz liegen, nachdem sie mir gedankt hatte und schlich mich an ihr Pferd, dass ich nach einigen Versuchen endlich fangen konnte. Ich zog es zu Livia und versuchte die junge Frau vorsichtig anzuheben.
"Du musst versuchen aufs Pferd zu steigen, nur so bekomme ich dich hier weg"
Bat ich die völlig unterkühlte Frau. Auch wenn es schwer war, zusammen schafften wir es sie irgendwie aufs Pferd zu bekommen, auch wenn sie eher lag als saß.
"Halt dich fest!"
Ich legte meinen Fellmantel über sie, damit sie wenigstens etwas geschützt war vor der Kälte. Ich hielt die Zügel ihres Pferdes immer noch in der Hand und stieg auf meins rauf. Die Hühner gagerten im kleinen Käfig und schon ging es im langsamen Trab los. Immer wieder sah ich zu der Frau, dass sie mir auch ja nicht herunter fiel.
"Ich werde mich um dich kümmern"
Versprach ich ihr. @Raven könnte sie untersuchen, da sie verletzt schien und Travis würde sicher einwilligen, dass sie bei uns blieb, mit ihm redete ich dann noch. Erst mal musste ich das Dorf erreichen ohne Zwischenfälle und ohne das sie mir vom Pferd fiel. So kamen wir aber am schnellsten voran

<---Nathalies Hütte

@Livia Luna



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#7

RE: Große Wiese

in Außenbereich 10.04.2019 12:47
von Seth Evans | 32 Beiträge

Als Seth geflohen war, war das Land noch mit Schnee bedeckt gewesen. Es war eisig kalt gewesen und mehr als einmal war er fast erfroren. Aber bislang hatte er überlebt ... Es musste Monate her sein, seit er damit begonnen hatte, ziellos durch das Land zu irren. Mittlerweile hatte er deutlich abgenommen. Seine Klamotten, die ihm mal genau passten hingen nun zu weit an ihm. Er war noch nicht abgemagert aber definitiv nicht mehr ganz gesund. Etwas mehr Körpermasse hätte er durchaus vertragen können. Ausserdem waren seine Haare gewachsen. Sie fielen ihm nun knapp bis über die Augen, waren stellenweise verfilzt. Und sein Bart wucherte ungepflegt zwischen dem Maulkorb hindurch, der immer noch in seinem Gesicht war. Bislang hatte er es endlich geschafft die Kette zu lösen, sodass das dauernde Geklimper nicht mehr in seinen Ohren klingelte. Aber den Maulkorb selbst hatte er nicht weggebracht. Sein Nasenrücken war wund, vom ständigen Druck des Metalls und das obwohl er versuchte es irgendwie mit Stoff zu polstern. Je länger er herumirrte, desto weniger fand er zu essen. Doch nun war Frühling, die Sonne kam wieder raus und endlich zeigten sich auch wieder Pflanzen. Pflanzen waren einfacher zu jagen als Tiere.
Seth hatte sich einfach immer weiter geschleppt und weiter geschleppt, ohne Sinn oder Ziel in seinem Leben. Nein, er mochte nicht aufgeben, aber eigentlich wusste er auch nicht, wohin es mit ihm eigentlich gehen sollte.
Relativ oft erwischte er sich dabei, wie er mit sich selbst sprach. Er imitierte Gespräche oder redete sonst einfach mit sich ....
Nun trat er zwischen einigen Bäumen hervor und vor ihm öffnete sich eine grosse Wiese. Ein seltsamer Duft lag in der Luft. Würzig ... lecker .... und dann entdeckte er es. Bärlauch. Massenweise. Sein Magen knurrte und er ging eilig da hin, kauerte sich auf den Boden und begann die scharfe, nach Knoblauch schmeckende Pflanze regelrecht in sich hinein zu stopfen. Der Maulkorb hinderte ihn nicht am essen, aber er erschwerte die Sache durchaus ein wenig.
Sein leerer Magen grummelte leicht überfordert aber der Bärlauch schmeckte so unglaublich gut. Es war die erste Mahlzeit seit vier Tagen. Und es war nicht viel... Aber immerhin sättigte es seinen Magen und er fühlte sich gleich etwas besser. Vielleicht fand er bald auch Wasser, um etwas zu trinken...

@Grace Evans



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#8

RE: Große Wiese

in Außenbereich 10.04.2019 21:42
von Grace Evans | 176 Beiträge

Grace war nun seit circa vier Monaten Mitglied der Kolonie in den Bergen. Seit drei Monaten trug sie auch das Erkennungszeichen der Mitglieder von Balar. Den Armreif, der sich seit ihrer offiziellen Aufnahme an ihrem rechten Handgelenk befand.
Seit ihrer Ankunft in Balar hatte sich so einiges in ihrem Leben geändert. Der Startschuss für diese Wandlung hatte jedoch schon drei Monate zuvor begonnen, doch erst in dem Dorf hatte sie ihre Schwangerschaft akzeptiert und langsam den Tod ihres Ehemannes verkraftet. Sie trauerte immer noch um ihn und es zerriss ihr regelmäßig das Herz, wenn sie daran dachte, dass sie ihn nie wieder sehen würde. Auch wurden die Albträume nicht besser, die sie in der Nacht heimsuchten. Allerdings wachte sie nicht mehr jede Nacht auf, da sie immer wieder miterleben musste wie Juice von den Beißern zerfetzt wurde. Ein paar Nächte konnte sie so durchschlafen und bekam die Erholung, die ihre Seele und ihr Körper brauchte. Denn Stress und zu wenig Schlaf waren Gift für ihre Kinder.
Auch wenn sie wusste, dass sie sich nicht stressen sollte, machte sie sich wahnsinnige Sorgen um die Geburt. Sie hatten zwar einen Arzt, doch für ihn war es wie für Grace die erste Geburt. Die Brünette vertraute seinen Fähigkeiten voll und ganz, doch in der heutigen Zeit konnte so viel mehr bei diesem Ereignis schief gehen als vor der Seuche. Der schlimmste Gedanke war jedoch nicht der an ihren Tod, sondern dass eines oder gar beide ihre Kinder sterben könnten. Eine Todgeburt oder irgendeine Krankheit, wenn sie noch klein und schwach waren. Grace lebte nur noch für ihren Nachwuchs. Wären die Zwillinge nicht, so wäre sie wahrscheinlich vor Kummer eingegangen.
In Sorge um die Erben von Juice hatte sie sich anfangs gar nicht vor die Mauern getraut. Die Regeln verboten dies zwar ebenso, doch der Weg zu Azras Hütte war ihr immerhin gegönnt. Allerdings hatte sie auch für diese Strecke einige Tage lang Mut sammeln müssen. Inzwischen traute sie sich wieder mehr zu. Sie hatte gelernt, dass ihre Kinder stärker waren, als sie angenommen hatte. Und auch Grace hatte sich mit ihrem neuen Zustand arrangiert. Klar, sie konnte im Moment nicht mehr schneller laufen als die fetten Schweine im Dorf und auch schwere Sachen konnte sie nicht mehr hochheben. Doch hatte sie gelernt damit umzugehen. Am schwersten hatte es sie getroffen, dass sie ihren Bogen nicht mehr benutzen konnte. Entweder war der Bauch im Weg oder wenn sie sich kerzengerade zum Spannen der Sehne aufrichtete, zogen die Zwillinge sie wieder gefühlt nach vorne. Also musste sie sich mit der Pistole anfreunden, die sie nie gemocht hatte. Die Brünette konnte mit der Waffe umgehen, wie es jeder in diesen Zeiten gelernt hatte, doch das Wahre war es nie für sie gewesen. Viel zu laut, zu brutal und zu unelegant.
Allerdings hatte sie eben diese Waffe in einem ledernen Holster an ihrer Hüfte. Denn sie wollte sich mal wieder etwas bewegen. Die vorherigen Tage hatte sie mit Leif verschiedenste Sachen zu Papier gebracht. Sie zeichnete die Bilder und Leif schrieb die Informationen dazu. So hatte das Dorf alle wichtigsten Informationen auf Papier, sodass man immer im Notfall etwas nachlesen konnte. Es konnte schließlich immer passieren, dass jemand verstarb und dessen Wissen mit dieser Person verloren ging. Und neben einem sicheren Heim, Nahrung und Waffen, war Wissen das Wichtigste um zu überleben. Zumindest was Kolonien betraf. Wenn man alleine unterwegs war, dann war es egal. Denn niemand anderes als man selbst brauchte diese Informationen.
Da sie also die letzten Tage nur gesessen und gezeichnet hatte, wollte die Brünette sich die Beine vertreten. Aber auch wollte sie kurz ihre Ruhe haben, den rund um das Haupthaus, wo sie arbeitete, war immer etwas los.
So wanderte sie aus dem Dorf raus bis nur noch der Wind hin und wieder ein paar Fetzen von dem Lärm des Dorfes zu ihr rüber wehen konnte. Ihr Ziel war eine idyllische Wiese ganz in der Nähe. Auf ihr wuchsen die verschiedensten Pflanzen und es war für Grace jedes Mal entspannend einfach das schöne Bild in sich aufzunehmen und die Düfte, die in der Luft lagen, einzuatmen. Momentan wuchs dort sogar haufenweise Bärlauch. Aber auch viele verschiedene Blumenarten und sonstige Pflanzen, deren Namen sie immer vergaß, befanden sich dort.
Nach einer knappen halben Stunde kam sie auch endlich dort an. Normalerweise brauchte man nur fünfzehn bis zwanzig Minuten. Doch die Evans ging an dem Tag es komplett entspannt an und konnte eh nicht schnell laufen. Und falls sie sich doch mal beeilte, stolperte sie nur wieder über ihre eigenen Füße, da sie diese nicht mehr sah.
Am Rand der Wiese schloss sie kurz die Augen und atmete tief ein. Es roch einfach nur himmlisch. Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie einen Mann am Rand der Wiese, der wie ausgehungert den Bärlauch in sich hineinstopfte. Immer mal wieder tauchten Nomaden auf, die hungrig und heruntergekommen waren. Doch der Anblick von diesem Mann hatte etwas surreales an sich. Er trug einen Maulkorb an seinem Kopf und schien in diesem Moment mehr wie ein Tier als ein Mensch, so wie er auf der Wiese fast auf allen Vieren kniete und um sich herum das Gewächs abriss und in seinem Mund schob.
Kurz war Grace wie erstarrt. Was wenn der Mann sie und ihre Kinder angriff? Sie hatte noch nie jemanden getötet, aber sie wusste, dass sie es für ihre Kinder tun würde. Doch ebenso wusste sie, dass die Schuldgefühle, jemanden umgebracht zu haben, sie wie die Trauer um Juice innerlich zerfressen würden.
Dann erinnerte sie sich an die Waffe und holte sie aus dem Holster. Allerdings zielte sie nicht auf den Mann. Sie wollte ihm keinen Grund geben, sich zu fühlen, als müsste er sich verteidigen. Als hätte sie eine Tasche in der Hand, ließ sie die Pistole neben sich in der Hand baumeln. Jedoch hielt sie sie so, dass sie jederzeit sie anheben und schießen konnte.
„Entschuldigen sie!“, rief sie zu ihm rüber und fragte sich selbst, weshalb sie so höflich war und ihn siezte: „Kann ich ihnen helfen?“
Kurz wartete sie, aber dann wollte sie die Situation lieber gleich von Anfang an etwas entschärfen: „Solange sie mir keinen Grund geben, sie anzugreifen, werde ich das auch nicht tun. Aber wie sie sehen können, erwarte ich Kinder und würde alles für ihr Überleben tun. Wenn sie also ihre Waffen ablegen, können wir zivilisiert miteinander reden!“
Sie wusste, sie war naiv zu glauben, dass ein bösartiger Mensch tatsächlich seine ganzen Waffen ablegte, allerdings musste sie einfach weiter an das Gute in den Menschen glauben. Die ganzen neun Jahre hatte sie dies getan und sie würde nicht an dem heutigen Tag damit beginnen jemanden keine Chance zu geben, sich als einen guten Menschen zu beweisen. Und wenn sie es sich genau überlegte, schien der Mann mit dem Maulkorb durch seine ganz persönliche Hölle gegangen zu sein. Da war ein freundlicher Mensch, der ihm nichts tat eventuell eine Willkommene Abwechslung.
Das der Mann vor ihr, ihr Bruder Seth war, das bemerkte sie nicht. Sie konnte zwar jederzeit sein Gesicht auf Papier bringen. Doch seine gesamte Erscheinung hatte sich geändert. Seine Statur war eine andere, die Haare und der Maulkorb verdeckten seine Gesichtszüge und seine Augen waren nicht mehr die ruhigen von früher. Sie strahlen eher etwas wildes aus. Hätte sie ihn erkannt, dann würde sie wahrscheinlich sofort in Ohnmacht fallen. Denn sie konnte sie aufgrund des Maulkorbes nur vorstellen was er durchgemacht hatte. Und selbst ohne das Wissen, dass ihr Bruder sich nur wenige Meter von ihr befand, schmerzte es sie zu sehen, was Menschen anderen in diesen Zeiten antaten.

@Seth Evans


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#9

RE: Große Wiese

in Außenbereich 12.04.2019 20:49
von Seth Evans | 32 Beiträge

Der Bärlauch war fürchterlich scharf und er brannte in seinem Mund, nachdem er schon einige Portionen davon hastig zerkaut und geschluckt hatte. Hauptsache sein knurrender Magen hatte etwas, womit er sich beschäftigen konnte. Er musste dieses unglaubliche Loch in seinem Bauch füllen. Egal wie.
Seth war dermassen mit Essen beschäftigt, dass er gar nicht merkte, wie eine Person von der anderen Seite der Wiese aus dem Wald trat. Klar, er bemerkte die Bewegung im Augenwinkel, doch solange es nicht zu nahe kam, würde er einfach weiter essen. Er dachte eigentlich, dass es ein Untoter war, der ihn als seinen nächsten Snack auserkoren hatte. Und da er bloss einen alten Zaunpfahl als Waffe hatte, musste das Drecksvieh sowieso erst einmal an ihn herankommen, bevor er ihm den Schädel zerschmettern konnte.
Doch dann erhob der Untote die Stimme. und es kam mehr als nur Gestöhne und Gegurgel aus seiner Kehle. Also hob Seth ruckartig den Kopf, nur um eine junge Frau mit aufgeblähtem Bauch zu erblicken. Natürlich ging er im ersten Moment davon aus, dass sie eine seiner fast täglichen Halluzinationen war. Besondesr, weil sie schwanger war. Schwangere Frauen waren überall gewesen bei diesen Bastarden. Und nicht eine von ihnen hatte er letztlich retten können.
"Du bildest sie dir nur ein", murmelte er zu sich selbst, während er sie mit aufgerissenen Augen anstarrte. Sofort entdeckte er die Waffe in ihrer Hand, weshalb er nach seinem blutverschmierten Zaunpfahl griff.
Er war so damit beschäftigt, sie als Halluzination zu sehen, dass er ihr nur mit halbem Ohr zuhörte. Seltsamerweise sprach sie gar nicht wirklich davon, dass sie ihn erschiessen würde. Sie sprach von ihren Kindern und ... Er schaffte es kaum ihr zuzuhören. Es war so lange her, seit er das letzte Mal einen lebenden Menschen gesehen hatte, den er vielleicht doch nicht halluzinierte, dass er gar nicht wusste, wie er eigentlich darauf reagieren sollte. Aber war sie denn überhaupt echt...?
Was liess ihn daran zweifeln, dass sie eine Halluzination war...? Angestrengt starrte er sie an, bis er merkte, was anders war. Seine Halluzinationen siezten ihn nie.
Das hatte diese Frau getan, oder...?
Seth blinzelte kurz. Sie war noch immer da. Selbst als er die Augen länger schloss, auf zehn zählte und sie dann wieder öffnete, stand sie noch da.
Dann checkte er ab, ob sie irgendetwas nützliches hatte. Die Pistole auf jeden Fall ...Ansonsten sah nichts an ihr irgendwie aus, als könnte er es gebrauchen. Aber wenn sie schwanger war und hier rumlief .... waren da vielleicht mehr. Seth wusste nicht, ob er das gut oder schlecht finden sollte...
Aber um an die Waffe ranzukommen, musste er sie wohl erst einmal an sich ranlassen. Also griff er seinen Zaunpfahl und schob ihn von sich weg.
"Hm", machte er kaum hörbar. Er hatte die letzten drei Monate höchstens mit sich selbst etwas gemurmelt. Ansonsten hatte er kaum gesprochen. Zumindest nicht laut.
Kurz glitt sein Blick zum übrigen Bärlauch. Er fühlte sich immer noch unglaublich hungrig aber die Frau wollte er auch nicht aus den Augen lassen.
Also wartete er erst einmal ab, was sie nun tun würde, während er sich innerlich anspannte ... für den Fall, dass sie doch auf ihn schiessen wollte oder das hier irgendein Hinterhalt war.

@Grace Evans



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#10

RE: Große Wiese

in Außenbereich 13.04.2019 18:54
von Grace Evans | 176 Beiträge

Gleich nachdem Grace Stimme zum ersten Mal auf der Wiese ertönte, ruckte der Kopf des Mannes nach oben. Entweder hatte er sie nicht gesehen und hatte deswegen so schnell reagiert, oder er hatte sie für einen Untoten gehalten. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo sie angefangen hatte zu sprechen. Denn die Toten sprachen nicht. Wenn dann stöhnten sie einen an, gierig nach dem lebendigen Fleisch, welches man besaß.
Nachdem sie ihn sehr höflich angesprochen hatte, bewegten sich seine Lippen. So als hätte er etwas gesagt. Doch gehört hatte Grace nichts. Sie standen zwar noch einige Meter voneinander entfernt. Allerdings hätte sie ihn verstehen müssen, wenn er normal mit ihr gesprochen hätte. Den Sicherheitsabstand wollte sie jedoch vorerst nicht aufgeben, nur damit sie hören konnte, was er zu sagen hatte.
Sein Blick glitt über sie, bis hin zu der Waffe in ihrer Hand. Sofort griff er zu seiner eigenen. Ganz konnte die Evans nicht ausmachen, was er nun in der Hand hielt. Doch es sah nach sehr rotem Holz aus. Vielleicht Griff von einer Axt oder einem Hammer, bei dem der Lack inzwischen fehlte. Allerdings interessierte es sie auch nicht sonderlich. Es war eine Nahkampfwaffe. Also war sie momentan außer Gefahr. Außer er warf sehr gezielt das Stück Holz. Ausweichen konnte sie schließlich nur sehr schwer. Da war wegrollen noch einfacher. So lange er an Ort und Stelle bei dem Bärlauch blieb, müsste sie also ihre Pistole nicht benutzen.
Damit er seine Sorge über ihre Schusswaffe vergaß, redete sie auf ihn ein. Denn sie wollte wirklich nicht auf jemanden schießen. Hoffentlich verstand er dies und glaubte ihr auch. Um den Wahrheitsgehalt ihrer Worte zu unterstreichen, hätte Grace gerne ihm erzählt, dass sie noch nie jemanden getötet hatte. Doch dies könnte auch dazu führen, dass er sie als leichte Beute ansah und sie doch noch angriff.
Als sie dann ihre Kinder erwähnte, bewegte sich ihre freie Hand wie automatisch hoch zu ihrem Bauch und sie lächelte leicht. Früher hätte sie sich nie vorstellen können Mutter zu werden. Sie hatte nicht einmal Kinder haben wollen. Doch durch Juice hatte sich alles geändert. Nur war ihr geliebter Ehemann nicht mehr hier. Nur durch die winzigen Geschöpfe in ihrem Bauch war er es doch noch irgendwie. Aus diesem Grund musste sie einfach lächeln. Egal in welcher Situation sie sich befand.
Ob er ihr zugehört hatte oder nicht, konnte sie nicht sagen. Allerdings bemerkte sie, wie inne hielt. Das er blinzelte und kurz seine Augen schloss, um zu überprüfen, ob sie real war, das sah sie nicht. Seine Haare und der Maulkorb verdeckten zu fiel. Doch Blicke konnte sie immer noch grob einschätzen. Denn seine folgende Handlung klärte seine Blicke schnell auf. Beim ersten Mal hatte er seine Waffe gezückt, nachdem er ihre gesehen hatte. Nun hatte er anscheinend sie noch einmal betrachtet und legte sein Holzstück wieder vor sich ab. Ihre Worte hatten wohl ihn überzeugt oder zumindest soweit, dass er gewillt war, wie sie vorgeschlagen hatte, zivilisiert sich mit ihr zu unterhalten. Ohne das man Waffen aufeinander richtete und somit man die ganze Zeit Angst hatte gleich das letzte Mal etwas gesprochen zu haben.
Das er irgendetwas zu ihr gebrummt hatte, hörte sie nicht. Wie zuvor als er tatsächlich gesprochen hatte. Oder zumindest gemurmelt. Er erinnerte sie irgendwie an Seth. Ihren Bruder. Der selten sprach und dann meist nur einen Satz. Das ihr Bruder tatsächlich vor ihr saß, das bemerkte sie allerdings immer noch nicht. Trotz ihrer Gabe sich an alles zu erinnern, was sie zu Gesicht bekommen hatte. Dazu hatte sich Seth einfach zu sehr verändert.
Der Blick des Mannes mit dem Maulkorb ging zu den essbaren Pflanzen und Grace erkannte sofort, dass er immer noch Hunger hatte. Da sie immer wieder plötzlich Hunger bekam, da die Kleinen Nahrung forderten, hatte sie selbst auf den Weg zu Azra inzwischen etwas zu Essen dabei. Damit sie jederzeit essen konnte. Trinken durfte ebenfalls nicht fehlen. Letzteres war zumindest immer genießbar. Denn wenn sie plötzlich einen kreativen Einfall beim belegen von Brot hatte, konnte es schon einmal vorkommen, dass auf ihr Marmeladenbrot Wurst und Käse auch noch landete. Wie an dem heutigen Tag. Da ihr die Kreation gerade etwas peinlich war, wollte sie dem hungrigen Mann wenigstens etwas zu Trinken geben. Dies würde ihn auch gleich von ihren guten Absichten überzeugen. Zumindest hoffte sie das.
Aus diesem Grund griff sie mit der linken Hand in ihre Umhängetasche und holte eine ein-Liter-Flasche mit Wasser hervor. Mit dieser ging sie ein paar Meter näher zu dem verwilderten Mann und stellte sie dann ab. Anschließend ging sie rückwärts – sehr langsam, damit sie nicht stolperte – wieder zurück. So konnte der Mann das Wasser nehmen in ihre Nähe zu kommen. Nicht dass er die Wasserflasche als Vorwand nahm, sie doch anzugreifen.
Irgendwie erinnerte die Situation Grace an das erste Treffen mit Juice. Ihr Ehemann hatte an dem Tag auf dem Boden in dem Wald nahe des Außenposten der Saviors gehockt, wo Grace damals gelebt hatte. Die Waffe hatte er sich an den Kopf gehalten, während er geweint hatte. Der Anblick hatte Grace das Herz gebrochen. Denn der Mann sah so stark aus und die Welt hatte ihn zerstört, sodass er glaubte keinen Grund mehr zu haben, um zu leben. Glücklicherweise hatte sie die richtigen Worte ausgesprochen, um ihn von seinem Vorhaben abzuhalten, und anschließend ihm eine Flasche Wasser zugerollt. Denn er sah genauso fertig aus wie der Mann mit dem Maulkorb. Schlussendlich hatte sie ihn aufgepäppelt, ein Zuhause gegeben und als Juice ihr ein Antrag gemacht hatte, hatte er ihr gesagt, dass sie sein Grund zum Leben und Überleben war.
Vielleicht konnte Grace das Gleiche bei dem Mann vor ihr schaffen. Ihn aufpäppeln, ihn von seinen Dämonen befreien und eine Zukunft aufzeigen, die nicht so düster war, wie seine Vergangenheit. Den eines war gewiss. Die letzten Jahre waren für ihn keine schönen gewesen. Der Maulkorb sprach dafür Bände.
„Ich hab auch noch komisch belegtes Brot. Wenn sie wollen, können sie die auch haben!“, meinte sie dann noch: „Schinken, Käse und Erdbeermarmelade. Zwei Stück!“
Mit ihrer freien Hand holte sie auch diese hervor. Das belegte Brot war in einer Holzschachtel, welche mit einer schlichten Schnur verschlossen wurde.
„Ich bin übrigens Grace! Und wer sind sie?“, stellte sie sich zum Schluss vor und wollte seinen Namen erfahren. Wenn man schließlich auf eine persönliche Ebene ankam, war es eventuell einfacher den anderen soweit zu vertrauen, dass man ihn nicht sofort erschoss. Und man aß und trank das Essen und Trinken eines Fremden eher, wenn man dessen Namen kannte. Zumindest war es bei ihr so.

@Seth Evans


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#11

RE: Große Wiese

in Außenbereich 18.04.2019 12:15
von Seth Evans | 32 Beiträge

Obwohl die Frau ihn siezte, was seine Halluzinationen eigentlich nie taten, war sich Seth immer noch nicht ganz sicher, wie echt sie wohl war. Er traute seinem Verstand schon seit einer WEile nicht mehr. Allerdings verriet ihre Körpersprache, dass sie einer gewaltreichen Konfrontation lieber aus dem Weg gehen würde. Sie war zwar bewaffnet aber womöglich war sie es sich nur gewöhnt Untote zu töten. Und er, er tötete aus Prinzip nicht unbedingt Menschen. Ausser diese Bastarde, die ihm sicherlich noch irgendwie auf den Fersen waren...
Und mit dieser Pistole wäre er weitaus besser dran, sich die Kerle vom Leib zu halten, sobald sie ihn eingeholt hatten. Früher oder später würden sie ihn einholen.
Noch immer schwieg er, sein Blick wechselte vom Bärlauch zu der jungen Frau - die auf einmal in ihre Tasche griff. Statt einer Waffe oder sonstwas Seltsamen zog sie eine Flasche Wasser hervor. Das WAsser sah klar aus, fast wie in alten Zeiten und wie es aussah, war sei bereit es ihm zu geben. So viel Freundlichkeit war ihm schon länger nicht begegnet. Er beobachtete ganz genau, wie sie die Flasche ungefähr in die Mitte zwischen ihnen stellte. Eigentlich wollte er es ausnutzen und zu ihr rennen, um ihr die Waffe zu entreissen... Doch er entschied sich anders. Als sie wieder zurück gegangen war, erhob er sich langsam und ging auf die Flasche zu, liess die Frau dabei aber nicht aus den Augen. Konnte ja sein, dass das WAsser bloss ein Köder war.
als er dort angelangt war, griff er nach der Flasche und schraubte sie eilig auf, ehe er sie sich zwischen den Maulkorb in den Mund steckte und gierig zu trinken begann. Für einen Augenblick konnte er sich nur auf die Flasche konzentrieren und das gut schmeckende Wasser, das seine Kehle hinab rauschte und seinen Magen auch ein wenig beruhigte. Nachdem er die halbe Flasche fast in einem Zug runtergestürzt hatte, setzte er die Flasche ab, um zu Atem zu kommen. DAbei richtete er seine Augen wieder auf die Frau, die nun von Sandwiches sprach. Wer es sich leisten konnte, Sandwiches mit Marmelade zu besitzen ... und Käse ... diese Frau musste aus einer Gemeinschaft kommen. Auch schon nur wie sie angezogen war.
Dann holte sie das Sandwich heraus und ihm lief regelrecht das WAsser im Mund zusammen. Also deutete er ihr, dass sie ihm eines hinwerfen sollte, denn sein Hunger war auch trotz Bärlauch noch nicht richtig gestellt.
Als die Frau ihren Namen erwähnte, zuckte er ein wenig zusammen. Grace .... Ja, es war ein ziemlich häufiger Frauenname aber für ihn hatte dieser Name eben auch eine Bedeutung. Seine kleine Schwester. Die kleine Prinzessin.... Bei dem Namen fiel ihm auf, wie sehr ihn die Frau an sie erinnerte. Sie sahen sich ähnlich. Fast schon auffällig ähnlich. Selbst ihre Stimme klang fast gleich...
"Grace...", wiederholte er den Namen kaum hörbar. Er hatte schon länger nicht mehr an sie gedacht. Für ihn war sie tot... Aber ob er seinen eigenen Namen nennen wollte, dahingehend war er noch unschlüssig.
"Kolonie...?", fragte er dann etwas lauter und nickte hinter sie, in die Richtung aus der sie gekommen war. "Wie viele...? Oder allein...?" Er konnte sich kaum vorstellen,d ass sie alleine war, hier oben lebte, schwanger und mit Sandwiches bestückt. Nein. Da mussten andere Menschen sein.
Seth nahm noch einen grossen Schluck und warf ihr die zugeschraubte Flasche vor die Füsse, ehe er ihr dankend zunickte.
"Seth...", sagte er dann. Allerdings auch eher gebrummelt.

@Grace Evans



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#12

RE: Große Wiese

in Außenbereich 20.04.2019 16:27
von Grace Evans | 176 Beiträge

Dadurch dass das Dorf direkt am See lag, war das Wasser aus diesem klar und noch nicht durch die Untoten verseucht. Hier hoch kamen nur selten welche und diese wurden sofort von den Jägern, Wachen und anderen Leuten, die sich oft außerhalb der Mauer befanden, getötet. Doch damit wirklich nichts passierte, kochten sie auch das Seewasser ab. Das Wasser jedoch aus dem Brunnen im Dorf, konnte man unbesorgt trinken. Dorthin verirrte sich nie ein Beißer. Dazu müsste er unbemerkt in das Dorf gelangen und die Wasserquelle fallen.
Aus diesem Grund war das Wasser in ihrer Plastikfalsche erstaunlich klar. Obwohl sie in Balar sehr nachhaltig lebten, konnten sie noch nicht für jeden Dorfbewohner lederne Wasserschläuche herstellen, sodass einige immer noch Plastik- oder Glasfalschen benutzen. Was eben gerade so da war. Wahrscheinlich war der Anblick für den Mann etwas ungewohntes. Selten fand man noch frische Wasserflaschen. Ansonsten musste man sich selbst das Trinken besorgen und oft genug war das Wasser dann dreckig, wenn man nicht die nötigen Mittel hatte, um es zu säubern. Und so wie der Dunkelblonde aussah, hatte er absolut keine Möglichkeit auch nur ansatzweise Wasser zu säubern oder abzukochen. Eher kam es ihr so vor, als hätte er es sich direkt aus dem Bauch in den Mund geschaufelt. So wie sie selbst vor einigen Monaten. Das wohl der Nachteil, wenn man fast schon überstürzt seine Kolonie verließ und nur das nötigste einpackte. Wie es bei ihm gewesen war, wusste Grace nicht, doch hatte er so wie er aussah, keine Zeit gehabt um irgendetwas mitzunehmen.
Als sie die Flasche langsam zwischen sie stellte, fühlte sie fast schon, wie der Blick von ihm die ganze Zeit auf ihr klebte. So als wäre er auf der Lauer. Nur eine falsche Bewegung von ihr und er würde sie angreifen. Während sie sich ein wenig vorbeugte, um die Flasche abzustellen, überlegte sie sich kurz, diese einfach fallen zu lassen. Das Vorbeugen war mit diesem gigantischen Bauch fast schon eine sportliche Leistung für sie. Doch Grace entschied sich dagegen. Nicht das dies ihn noch irgendwie aufschreckte oder Schwäche ihrerseits zeigte. Zwar war ihre Schwangerschaft deutlich sichtbar. Doch konnte der Maulkorb-Träger nicht wissen, wie sehr es sie in ihren Bewegungen beeinträchtigte.
Ein Stöhnen musste sie sich unterdrücken, als sie sich wieder aufrichtete, denn ihr Rücken tat schon wieder weh. Ihr zierlicher Körper war ein solches Gewicht nicht gewohnt. Obwohl sie ziemlich sportlich vor ihrer Schwangerschaft gewesen war, so hatte sie an den ein oder anderen Abend aufgrund des zusätzlichen Gewichts ihre Muskeln ziehen spüren. Erst Recht, wenn sie sich hatte viel bewegen müssen.
Als Grace wieder an ihren ursprünglichen Platz stand, setzte sich der Mann in Bewegung. Ebenso langsam wie sie, ging er nun auf das Wasser zu. Dabei blickte er sie wieder die ganze Zeit an. Würde er nicht wie ein Mensch aussehen, würde sie ihn von seinem Verhalten her für ein Tier halten. Ein scheues Raubtier.
Dann hatte er die Wasserflasche erreicht und legte jede Vorsicht ab. Anscheinend hatte er zu lange nichts mehr getrunken als dass er sich nun hätte zurückhalten können. Innerhalb von wenigen Sekunden trank er die halbe Flasche aus. Anschließend holte er tief Luft und sah sie wieder an. Beobachtete sie und grübelte anscheinend vor sich hin.
Wahrscheinlich überlegte er sich, woher sie kam und weshalb sie solche Ressourcen bei sich trug. Das hätte Grace sich zumindest in dem Moment durch den Kopf gehen lassen. Denn wer es sich leisten konnte Wasser jemanden Fremden zu verschenken und Brot mit komischen Belägen zu belegen, war nicht einfach auf der Durchreise. Auch trug sie ein Kleid, da sie inzwischen in ihre alten Klamotten – Hosen, Shirts und Pullover - nicht mehr reinpasste. Es hatte ein Blumenmuster und war mit natürlichen Farben bestrickt. Da die Plünderer ihres Dorfes keine Schwangerenkleidung hatten finden können, hatte die Evans die Näherin im Dorf um ein Kleid gebeten, was so geschnitten war, dass sie es auch nach der Geburt tragen konnte. So waren am Rücken blassrosa Bänder, die den Stoff um den Oberkörper zusammenziehen konnten. Somit war das Kleid rückenfrei und ging ihr bis zur Hälfte der Unterschenkel. Niemand der durch die Gegend wanderte, in der Hoffnung ein sicheres Heim zu finden, trug solche Kleidung.
Dadurch konnte der Fremde schnell feststellten, dass sie irgendwo in der Nähe lebte und das auch nicht allein. Eine Schwangere konnte sich nur schwer selbstversorgen. Und obwohl in der heutigen Zeit schnell jemand verstarb, würde man zumindest davon ausgehen, dass ihr Mann, der Vater ihrer Kinder, sich in der Nähe befand. Bei ihr jedoch, war das leider nicht mehr der Fall. Dieser Gedanke ließ kurz einen Schatten über ihre Augen legen.
Anschießend holte sie die Brote erst aus ihrer Tasche, dann aus der Box, worin sich das Essen befand. Auch wenn ihr Blick kurz nicht auf dem Mann lag, sah sie sofort den hungrigen Blick von ihm, als er das Brot sah. Mit einer Geste deutete er ihr an, dass er das Essen haben wollte. Egal war sich darauf befand. Wenn man hungrig war, aß man alles. Jeder hatte das in den neun Jahren schon mindestens einmal machen müssen. Und ihre Kreation war zumindest nicht so ekelerregend wie Katzenfutter, welches man nur Essen konnte, wenn man den Geruch ignorierte. Vom Geschmack her war es sogar genießbar, doch der Geruch törnte schon ziemlich ab.
Bevor sie ihm jedoch das Brot gab, nannte sie ihren Namen und der Mann zuckte zusammen. Nicht sehr, doch es war immer noch sichtbar gewesen. Dann murmelte er wieder etwas vor sich hin, was sie wieder einmal nicht verstand. Auch wenn sie nun näher beieinander standen als zuvor. Und ebenso wie bei ihr zuvor, als sie an Juice gedacht hatte, sah auch nun er etwas melancholisch herein. Sie tippte darauf, dass er wohl jemand gekannt hatte, der so hieß wie sie. Dass er sich dabei wirklich an sie – Grace Evans – erinnerte und sie für tot hielt, das ahnte sie nicht. Wie denn auch, noch immer kam ihr nicht in den Sinn, dass der Mann vor ihr, ihr Bruder war.
Dann ertönte zum ersten Mal seine Stimme so laut, dass sie ihn tatsächlich verstand. Er fragte sie in knappen Worten und ohne ganze Sätze zu bilden, ob sie von einer Kolonie kam und wie viele dort waren. Oder ob sie allein lebte.
Zuerst nickte sie, wusste noch nicht so genau, ob sie ihm von Balar erzählen soll. Doch dann entschied sie sich dafür. Denn so konnte sie ihm gleich einen Ort zum ausruhen anbieten. Was er sicherlich nötig hatte.
„Ja. Hier in der Nähe, nur eine knappe halbe Stunde entfernt, liegt ein Dorf. Wir sind nicht viele, doch circa über fünfzig.“, meinte sie. Dadurch das sie in so großen Kolonien wie den Saviors und anschließend dem Cottage und den Riders gelebt hatte, wusste sie, dass Balar verhältnismäßig ziemlich klein war. Um die Hälfte oder ein Drittel kleiner. Doch das machte das Dorf gerade aus. Jeder kannte jeden. Man war eine Gemeinschaft und hielt immer zusammen. Im Cottage und den Saviors hatte sie zwar viele vom Gesicht her erkannt, doch bis auf ein paar wenige, hatte sie dort niemanden wirklich gekannt. Man lebte zusammen, arbeitete Hand in Hand, doch es war etwas vollkommen anderes als in Balar. Sicherlich hielten das Cottage auch zusammen. Doch das lag an den Familien, die sich schon jahrelang kannten und zusammen durch dick und dünn gegangen waren. Wenn man kein Teil davon gewesen war, dann fiel es einem schwer dahinein zu kommen. In dem Bergdorf kannte man sich dazu im Gegensatz nur wenige Jahre, wenn überhaupt, und doch man miteinander verbunden.
Dann flog schon die fast leere Wasserflasche vor ihre Füße und wenige Sekunden danach konnte sie gerade so seinen Namen gebrummt hören. Er hieß Seth. So wie ihr Bruder! Was für Zufälle es gab. Er erinnerte Grace sogar an ihren wortkargen Verwandten.
Gerade als sie ihn sich noch einmal genauer ansah und versuchte sich Seth ohne Bart, Maulkorb und den langen Haaren vorzustellen, erinnerte sie sich an seine vorherige Reaktion bezüglich ihres Namens. Das waren ihr zu viele Zufälle. Auch wenn sie sich absolut nicht sicher war, ob das stimmte, was sie sich gerade gedacht hatte, traten ihr die Tränen in die Augen.
„Seth…“, hauchte sie und ließ jede Vorsicht außer Acht. Wie in Trance schritt sie die wenigen Meter auf ihn zu, in der einen Hand immer noch die Pistole und der anderen die Brote. Wenn sie sich doch irrte, könnte das für sie böse enden oder zumindest ziemlich peinlich werden. Allerdings hatte sich der Gedanke, dass dies ihr Bruder war, gerade in ihr Gehirn eingebrannt und sie konnte an nichts anderes mehr denken.
Doch je näher sie kam, desto mehr konnte sie von seinem Gesicht sehen, was zuvor von Haaren und dem Metall verdeckt worden war. Immer mehr Züge von Seth konnte sie in dem Mann finden, bis sie sich absolut sich war, dass der Fremde gar nicht so fremd war. Sie hatten zusammen sechszehn Jahre ihres Lebens verbracht. Länger als mit irgendjemand anderen aus der Familie hatte sie mit ihm gewohnt.
Als sie nur noch einen Schritt von ihm entfernt war, ließ sie achtlos die Waffe und das Essen zu Boden fallen und umarmte Seth einfach.

@Seth Evans


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#13

RE: Große Wiese

in Außenbereich 01.05.2019 10:50
von Seth Evans | 32 Beiträge

Dass er diese junge Frau getroffen hatte, war vermutlich Glück im Unglück gewesen. Im Moment traute er der Situation zwar noch nicht wirklich. Doch sie hatte sowohl Wasser wie auch Essen dabei. Und dafür dass sie schwanger war, schien es ihr sehr gut zu gehen. Sogar ihre Klamotten waren sauber und gut genährt war sie auch. Der Eindruck, dass hier eine Kolonie in der Nähe sein musste, verfestigte sich bei ihm immer mehr. Und schliesslich bestätigte sie ihm das auch. Eine halbe Stunde entfernt wohnten also etwa fünfzig Menschen. Das waren nicht viele und es klang irgendwie auch nicht nach seinen Peinigern. Die waren nicht so gerne in den Bergen gewesen und hätten vor allem eine Frau nicht frei rumlaufen lassen.
Eigentlich war er kein Freund von Kolonien. Bislang hatte er dafür einfach zu schlechte Erfahrungen damit gemacht. Im Moment wäre es aber seine beste Chance am Leben zu bleiben. Vielleicht hatten sie Mittel und Wege diesen verdammten Maulkorb endlich loszuwerden. Er könnte wieder normal essen ... vielleicht hatten sie sogar genug Nahrung, dass sein Körper nicht mehr auf Sparflamme leben musste. Auf jeden Fall mussten sie sowas haben, denn sonst wäre die junge Frau nicht so verschwenderisch damit umgegangen.
Ihm hing die Kleidung mittlerweile ziemlich abgewetzt am Körper und alles war ihm zu gross, weil er derart abgenommen hatte.
Seth überlegte also fieberhaft, was er ihr sagen sollte. Ob er sie um Hilfe bitten sollte oder doch einfach weiter seines Weges gehen und dabei dem Tod ins Auge blicken.
Doch bevor er den Gedanken zu Ende denken konnte, kam sie auf einmal auf ihn zu. Sofort verkrampfte er sich und sein Blick richtete sich auf ihre Waffe. Er knurrte bedrohlich, bereit sie sich vom Leib zu halten, wenn sie ihm gefährlich werden wollte. Eine schwangere Frau würde er noch entwaffnen können!
Sie kam immer näher und als er seinen Namen hörte, zuckten seine Augen zu ihrem Gesicht. Seth kniff die Augen zusammen, weil Bilder durch seinen Schädel zuckten. Bilder seiner Schwester vor so vielen Jahren. Er stöhnte leicht auf, sein Kopf dröhnte von der einen auf die andere Sekunde.
Und dann stand sie auf einmal direkt vor ihm. Er wollte schon ihre Hand mit der Waffe packen, doch da liess sie diese einfach fallen und umarmte ihn.
Ihr dicker Bauch drängte sich zwischen sie und ihre schlanken Arme krallten sich in seinen Nacken. Seth war zur Salzsäule erstarrt. Was war los...? Was passierte gerade...? Er verstand es nicht wirklich.
So stand er einfach da, wusste nicht wohin mit seinen eigenen Händen. Wieder blitzten Bilder von Grace - seiner Grace - vor seinem geistigen Auge auf. Ihre Stimme in seinen Ohren.... Aber das konnte nicht sein, oder? Grace war tot...?
"Du bist tot", raunte er. "Lass mich in Frieden. Du bist tot..." Es musste eine Halluzination sein. Grace war nicht mehr am Leben. Die Untoten hatten sie geholt, so wie alle andern.
Es jagte ihm eine Heidenangst ein. Aber vielleicht war er ja einfach selbst längst gestorben. Langsam legte er die Arme um sie. Nicht fest, als hätte er Angst dass sie verschwand, wenn er zu fest drückte.
Er wusste längst nicht mehr, was er seinem Kopf glauben konnte und was nicht. Und das hier war kaum wahr... Das konnte einfach nicht wahr sein, oder...?
"Du bist tot.. du bist nicht wirklich hier ...", faselte er weiter vor sich hin und schloss die Augen. Ja, er war vielleicht über die Jahre ein wenig übergeschnappt und irre geworden. Aber es konnte ja kaum wahr sein, dass er mitten auf einer Wiese seiner kleinen Schwester begegnete, oder...? Das ... war einfach nicht möglich... Konnte nicht sein.

@Grace Evans



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#14

RE: Große Wiese

in Außenbereich 09.05.2019 21:25
von Grace Evans | 176 Beiträge

Dass Seth sich verkrampfte, als Grace auf ihn schnellen Schrittes auf ihn zuging, bemerkte sie nicht. Zu sehr waren ihre Gedanken darauf fixiert, dass vor ihr ihr Bruder stand. Auch sein Knurren hörte sie nicht, sonst wäre sie wohl stehen geblieben und hätte ihm erst einmal erklärt, weswegen sie wie in Trance auf ihn zuschritt. Doch so näherte sie sich immer mehr ihrem verlorenen Bruder.
Die ersten Tränen sammelten sich schon in ihren Augen. Doch es waren Tränen der Freude und nicht der Traurigkeit, wie es sonst in dem letzten halben Jahr meist gewesen war. Wie bei Roan konnte sie kaum glauben, dass sie ein Familienmitglied wiedergefunden hatte. Aber wenn ihre Augen ihr keinen Streich spielten, dann stand Seth tatsächlich vor ihm. Verwildert, geschändet, wahrscheinlich schrecklich traumatisiert, aber er lebte. Und das war das einzige was in dem Moment für die Evans zählte. Jedes Überlebende, der es geschafft hatte bis zu dem jetzigen Zeitpunkt zu überleben, hatte immer noch eine Zukunft. Egal was er durchgemacht hatte. Wenn man sich um die Person nur gut genug kümmerte und zeigte, dass es auch etwas anderes als Schattenseiten gab, konnte die Person wieder zu ihrem alten Ich finden. Wieder glücklich werden und den vergangenen Schrecken langsam hinter sich lassen. So würde sie auch Seth zeigen, dass alles wieder gut werden würde. Sie war zwar die kleine Schwester, das Küken der Familie, doch nun würde sie für Seth da sein, sowie er es immer für gewesen war. Sie würde auf ihn aufpassen und sich um ihn kümmern.
Bei ihm angekommen schlang sie ihre Arme um seinen Hals. Ihr Bauch wart etwas im Weg, doch dies ignorierte sie einfach. Gerade zählte für sie nur, dass sie Seth berühren und sich somit vergewissern konnte, dass er wirklich vor ihr stand. Denn obwohl keine Halluzinationen sie plagten, war sie sich in solchen Momenten nie ganz sicher, ob sie sich so etwas doch nur einbildete.
Nun flossen auch die Tränen über ihre Wangen und sie schluchzte leise auf. Es war immer ein Segen, wenn man die Familie wiederfand. Denn man konnte sich bei keinem Familienmitglied sicher sein, ob es noch lebte. Doch solange sie keinen ihrer Brüder als Beißer begegnete, war sie sich sicher, dass sie lebten. Der heutige Tag bewies es einmal mehr, dass sie niemals die Hoffnung aufgeben sollte. Dass @Tyler Evans sich ebenfalls auf dem Weg nach Balar befand und gerade vor einer Horde Beißern floh, dass ahnte sie nicht. Auch wäre das wohl zu viel für ihren Verstand gewesen. Schon vor etlichen Wochen hatte sie sich eingeredet, dass sie das alles nur träumte oder in einem Art Totenreich war, wo sie eine zweite Chance fand. Denn in dem kleinen Dorf in den Bergen traf sie viel zu oft auf Gestalten aus der Vergangenheit. Dies fing mit ihrem Bruder @Roan Evans und seiner Frau @Lyanna Evans an, ging über Leif und Taavi bis hin zu Azra, der die einzige lebende Verbindung zu ihren verstorbenen Ehemann war. Auch einige Gesichter aus der Zeit der Saviors liefen ihr hier über den Weg. Gefühlt kannte sie das halbe Dorf von früher.
Zu Beginn der Umarmung war Seth noch vollkommen verkrampft. Würde Grace nicht seinen Atem und seine Wärme spüren, hätte sie darauf geschworen, dass sie eine Statue umarmte. Doch so glaubte sie eher, dass er noch verarbeiten musste, was gerade passierte. Am Ende hatte er sie noch gar nicht erkannt und sie hatte mal wieder mehr Glück als Verstand, dass er sie noch nicht angegriffen hatte.
Seine Worte verwirrten sie dann doch etwas. Er hielt sie für tot. Hatte er sie etwa sterben oder als Beißer umherwandern sehen? War sie dann tatsächlich tot und hatte hier eine zweite Chance erhalten. Die Chance ihre Kinder zu gebären, ihre Familie wiederzufinden und alte Gesichter aus der Vergangenheit wiederzusehen?
Sie wollte etwas darauf sagen, doch als sie den Mund öffnete entwichen ihr nur weitere Schluchzer. Aus diesem Grund hielt sie sich einfach weiter an ihm fest. Denn obwohl sie ihn gerade umarmte, wusste sie nicht, ob ihre Beine sie in dem Moment noch tragen würden, wenn sie losließ. Kurz danach spürte sie auch schon wie er ganz vorsichtig seine Arme um sie legte. So als würde sie in lauter Einzelteile zerbrechen, wenn er sie fester umarmte. Doch diese zaghafte Geste reichte aus um ihr ein breites Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
„Vielleicht sind wir alle einfach schon einmal gestorben und haben eine zweite Chance erhalten.“, murmelte sie, als sie wieder ihre Stimme gefunden hatte, gegen seine Brust, denn höher reichte ihr Kopf nicht. Selbst wenn sie sich auf Zehenspitzen stellen würde, würde sie wahrscheinlich gerade so über seine Schulter schielen können.
„Roan ist auch hier.“, meinte sie dann und fügte hinzu: „Du, Roan, meine Kinder und ich! Wir können hier von vorne anfangen!“
Selbst wenn ihre Theorie nicht stimmte, so könnten die drei Geschwister dies an diesem Ort zusammen machen. Jeder von ihnen hatte durch den Ausbruch der Seuche Narben an der Seele bekommen. Doch in Balar, so empfand es zumindest Grace, konnten sie das hinter sich lassen. Hier in den Bergen war alles so friedlich, bis auf den ein oder anderen Beißer an manchen Tagen. Da konnte man vergessen, was für eine Welt hinter den Bergen und Wäldern um Balar lag.
Dann spürte Grace, wie sich ihre Kinder in ihrem Bauch bewegten und eines der beiden boxte oder trat gegen die Bauchwand, sodass selbst Seth diese Bewegung spüren konnte. Denn die Stelle des Bauches, wo der Tritt ankam, lag direkt an Seths Körper. Leise lachte Grace auf.
„Sie wollen ihren Onkel wohl auch mal Hallo sagen!“, sagte sie dann lächelnd und löste sich langsam. Inzwischen vertraute sie ihren Beinen wieder soweit, dass sie glaubte nicht sofort zu Boden zu gehen, wenn sie die Arme von Seths Hals nahm.
Vorsichtig nahm sie seine Hand und führte sie zu ihren Bauch. Sie kannte ihre zwei Rabauken. Bei einem Tritt oder Schlag blieb es nie. Weitere folgten immer. So als würden sie sich um etwas streiten. Wie eben, wer nun als erstes Onkel Seth begrüßen durfte. Kurz darauf folgte auch schon der nächste Tritt, welchen Seth fühlen konnte. Stolz und glücklich lächelte Grace ihren Bruder an. Auch wenn sie niemanden eine Schwangerschaft in solch einer Zeit wünschte. So wären ihre Kinder anders als bei so vielen anderen Frauen, aus Liebe gezeugt worden. Denn die Zeiten waren grausig und manche Männern nahmen sich die Frauen gegen ihren Willen. Nur durch Negan rechtzeitiges Einschreiten, war Grace solch einem Übergriff entkommen. So konnte sie sich glücklich schätzen, dass sie eine Person gefunden hatte, sie liebte und bei welcher sie immer nur positives fühlte, wenn sie daran dachte, dass sie seine Kinder unter ihrem Herzen trug.

@Seth Evans

=> Schlafbereich Grace


zuletzt bearbeitet 14.06.2019 19:01 | nach oben springen


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